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Petra Barsch

27.10.2016 ·  Alles Mist, Nase voll. Der Job macht Ihnen schon lange keinen Spaß mehr, Stress, Termindruck, arbeiten fast ohne Zeitlimit und keinen Chef, der Ihnen den Rücken stärkt? Dann ist es Zeit für einen Jobwechsel!

Petra Barsch

Diplom-Ökonomin Petra Barsch berät seit zehn Jahren Fachkräfte, Projektmitarbeiter und Führungskräfte und es ist ihr ein besonderes Anliegen, sie so zu positionieren, dass sie ihre Karriere proaktiv angehen, sich zukunftsfähig aufstellen und für Unternehmen attraktiv bleiben. Petra Barsch meint, dass Bewerbungswege, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen, größtenteils ausgedient haben. Das Prinzip der Selbstverantwortung auf die eigene Karriere anzuwenden, wird vom Young Professional bis zum Manager die Herausforderung und zugleich das Erfordernis der Zukunft sein. » http://www.petrabarsch.de

Alles Mist, Nase voll. Der Job macht Ihnen schon lange keinen Spaß mehr, Stress, Termindruck, arbeiten fast ohne Zeitlimit und keinen Chef, der Ihnen den Rücken stärkt?

Zeit für einen Jobwechsel! Sicher, aber trotzdem sollten Sie nichts überstürzen. Jedem läuft mal was schief, jeder ist mal frustriert. Manchmal sogar so sehr, sodass Sie alles hinwerfen, kündigen und woanders neu anfangen möchten. Aber egal, wie viele Gründe Ihnen einfallen: Den Job aufzugeben, ist zunächst nur eine Option – aber keine Entscheidung, die man spontan treffen sollte.

Bevor Sie selbst das Ende einleiten

»Warum möchten Sie wechseln?» diese oder eine ähnliche Frage wird Ihnen im Vorstellungsgespräch gestellt, wenn Sie von sich aus entschieden haben, sich nach einem neuen Job umzusehen. Doch wenn Sie erst an dieser Stelle anfangen darüber nachzudenken, ist es zu spät. Sie haben die Chance verpasst, mit Ihrem bisherigen Arbeitgeber ins Gespräch zu kommen, ob ein Aufgabenwechsel, eine neue Abteilung oder eine andere Position Ihre Unlust verschwinden lässt. Sie haben die Chance verpasst, mit ihm über flexiblere Arbeitszeiten oder Homeoffice zu sprechen und haben vielleicht sogar versäumt, über eine Gehaltserhöhung zu verhandeln.

Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wechseln statistisch gesehen jährlich etwa 3 Prozent der Erwerbstätigen ihren Job, das sind etwa 3,4 Millionen Menschen. Etwa zweiundfünfzig Prozent davon freiwillig.

Dafür gibt es gute Gründe, wenn …

… der Job krankmacht: Wenn Sie sonntagmorgens schon beginnen sich vor Montag zu graulen, wenn sich ihr Magen zusammenzieht, wenn sich Infekte häufen, Rückenschmerzen kaum noch auszuhalten sind, aber im Urlaub die Beschwerden verschwinden. Dann sagt Ihnen Ihr Körper: Schluss damit, hör auf.

… Sie nicht mehr ins Team passen: Teams verändern sich im Lauf der Zeit, Chefs wechseln und mit ihnen auch der Umgangston, die Art zu arbeiten oder auch Kontrollmechanismen. Unterschiedliche Werte werden propagiert. Immer öfter fühlen Sie sich unsicher, unwohl und arbeiten gegen Ihre Überzeugungen. Auch das kann ein Grund sein, sich nach einem neuen Job umzusehen.

Derzeit betreue ich den Verwaltungsbereich eines Mittelständlers auf dem Weg in die Selbstbestimmung. Die Mitarbeiter haben keinen Chef mehr, sie entscheiden über alle relevanten Fragen selbst, sie stellen neue Kollegen ein, verhandeln untereinander Urlaubszeiten. Das hat auch Nachteile und drei Kollegen haben das Unternehmen bereits verlassen, da sie einen Chef brauchen, der ihnen sagt, wann, was, wie gemacht wird. Sich selbst zu führen, ist etwas, was wir verlernt haben und was auch nicht jedem liegt. »Den Einzelnen kann es überfordern«, sagt Dr. Klaus Dörre, Soziologieprofessor an der Uni Jena.

… fordern und fördern sich nicht mehr die Waage halten: Spannende Projekte bekommt ihr Kollege, Sonderschichten oder Rufbereitschaft bekommen Sie. Neue Aufgaben – besser die junge Kollegin, die kann man dahin gehend noch qualifizieren, Sie eher nicht mehr. Oder Ihr Arbeitgeber ermöglicht gar keine Weiterbildung, dann kann das Interesse an Ihnen wohl nicht so hoch sein.

… sich Ihre Lebensumstände geändert haben: Ihre Familie ist gewachsen, Ihre Prioritäten haben ich verändert und das Unternehmen kann oder will Ihnen keine Möglichkeiten bieten, wie Sie Familie und Arbeit unter einen Hut bekommen?

… das Unternehmen ein sinkendes Schiff ist: Auf den Fluren wird gemunkelt, dass es mit dem Umsatz nicht mehr so rosig läuft? Kollegen, die neben Ihnen gearbeitet haben, sind plötzlich gegangen? Oder frei gewordene Stellen werden nicht nachbesetzt? Umstrukturierungen können ebenfalls ein Zeichen für einen bevorstehenden Untergang sein – Aufgaben werden outgesourct, ganze Teams versetzt oder Abteilungen zusammengelegt. Nimmt dann noch die Kommunikation ab, werden Meetings eher hinter verschlossenen Türen abgehalten und dringen keine Informationen mehr nach außen, dann ist ebenfalls erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Dann wird es Zeit sich zu fragen: Sollte ich mich doch nach etwas Neuem umsehen?

… die Leidenschaft nicht (mehr) da ist: Laut einer Umfrage des Stellenportals monster würden circa die Hälfte der Wechselwilligen das Unternehmen verlassen, um in einer Branche zu arbeiten, für die sie sich begeistern. Tja, mit der Leidenschaft ist das so ein Ding, ich bin auch der Meinung, dass man besser in einer Sparte arbeitet, für deren Produkte oder Dienstleistungen man sich einsetzen kann und will. Das heißt aber nicht, dass man dieser Branche ein Leben lang verbunden ist, denn viele Menschen haben nicht nur eine einzige Leidenschaft und manche davon bleiben auch besser ein Hobby. Beispiele dazu finden Sie im letzten Teil des Buches.

… Sie fair verdienen wollen: Irgendwie scheinen alle Umfragen zu ergeben, das Geld kein ausreichendes Wechselmotiv beziehungsweise Arbeitsmotiv überhaupt ist, aber das glaube ich nicht. Wenn Sie in einem Unternehmen arbeiten, das unter dem Branchendurchschnitt bezahlt, wenn Sie in einem Unternehmen arbeiten, in dem unterschiedliche Gehälter für dieselbe Arbeit gezahlt werden, wenn Sie in einem Unternehmen arbeiten, in dem Preis-Leistung für Sie nicht stimmt, dann können Sie überlegen, das zu ändern.

Bevor Sie gehen

Bevor Sie diesen Schritt wagen, sollten Sie aber ernsthaft prüfen, ob das Bestreben ernsthafter Natur ist oder Sie eher einer momentanen Eingebung folgen. Sei es, weil Sie sich ungerecht behandelt fühlen und deswegen gekränkt sind. Sei es, weil Sie meinen, dass es nicht mehr auszuhalten sei. Ein Jobwechsel will gut überlegt und gut vorbereitet sein. Stellen Sie sich vorher die zentrale Frage: »Will ich von etwas weg oder zu etwas hin?«

Denn von etwas weggehen zu wollen ist eindeutig die schlechtere Wahl. Sie lassen sich dann schnell von Versprechungen, von besserer Bezahlung oder einem netten Chef im Vorstellungsgespräch blenden und hören nichts zwischen den Zeilen und sehen nicht mit offenen Augen, in was Sie sich da hinein begeben. In meine Beratung kommen oft Menschen, die ihre Jobs gewechselt haben und letztendlich vom Regen in die Traufe gekommen sind. Sie haben sich vorher nicht mit den Gründen auseinandergesetzt, weshalb Sie Ihren jetzigen Job verlassen wollen und was Sie anstatt dessen wollen. Ohne diese grundlegenden Überlegungen können Sie kaum einen wirklich wirksamen Wechsel vollziehen.

Fazit

Es gibt Knicke und Brüche in unserem Lebenslauf, die uns den Boden unter den Füßen wegziehen können. Sie können uns finanziell, psychisch, physisch und familiär ruinieren. In den meisten Fällen gelingt es nicht, sich mit üblichen Bewerbungen eine neue Existenz aufzubauen. Nullachtfünfzehn-Bewerbungen, allgemeine Lebensläufe und der Blick in die Jobbörsen bringen uns hier nicht weiter. Aktive Strategien, ungewohnte Pfade und eine genaue Kenntnis der eigenen Stärken und des Chancenprofils sind unabdingbare Voraussetzungen für einen neuen beruflichen Erfolg.

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