Die sieben Design Thinking-Prinzipien BusinessVillage - Verlag für die Wirtschaft

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Die sieben Design Thinking-Prinzipien

Jens Otto Lange

22.10.2020 ·  Design Thinking gehört heute zum Skillset im gehobenen Job. Es gilt vielen als Lösung für die Herausforderungen der digitalen Welt: das Design Thinking. Doch damit es funktioniert, braucht es einige Vorraussetzungen. Jens-Otto Lange illustriert die sieben Design Thinking-Prinzipien.

Jens Otto Lange

Der Designfacilitator Jens Otto Lange coacht und moderiert seit über 20 Jahren kreative Konzeptfindungsprozesse interdisziplinärer Teams, um schnell und strukturiert innovative Lösungen zu entwi-ckeln. Mithilfe der nutzerzentrierten Design-Thinking-Methodik hilft er Veränderern, kollektiv und kreativ Neues für die Digitale Welt zu schaffen. » http://www.guentherlange.de

Heute wird Design Thinking von vielen Organisationen als Lösung für die Herausforderungen der digitalen Welt betrachtet. Jedes Jahr treten weitere Anbieter auf den Plan, die Unternehmen die Vermittlung des Ansatzes anbieten. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass jeder Design Thinking als neues Skillset in seinem gegebenen Job anwenden kann, um es immer dann hervorzuholen, sobald ein komplexes Problem zu lösen ist. Diese Denkweise ignoriert, dass Design Thinking – ähnlich wie die methodischen Frameworks Scrum und Lean Start-up – auf selbstorganisierter Teamarbeit beruht.

Selbstorganisierte Teamarbeit funktioniert am besten, wenn es jemanden gibt, der sich ausschließlich auf den Prozess der Zusammenarbeit und die Klärung der Rahmenbedingungen konzentriert. Dies gilt umso mehr in größeren Organisationen, in denen Vertreter unterschiedlicher Funktionen über Abteilungen und Bereiche hinweg zusammenarbeiten müssen.

Diese neue Rolle, die ich Designfacilitator nenne, ist die Voraussetzung dafür, das Design Thinking seine volle Wirkung und Produktivität in der Organisation entfaltet und nicht zum wirkungslosen Haftnotiztheater in bunt dekorierten Seminarräumen oder coolen Creative Spaces verkommt.

Als Designfacilitator bist du der DJ eines kollektiven Entwurfsprozesses. Du weißt um dessen Unschärfe und die Bedeutung weicher Faktoren wie Stimmung, Rhythmus, Kommunikation und Teamzusammensetzung. Du bist im Kontakt mit deinem Publikum und empathisch genug, um zu spüren, was im Raum vor sich geht, um dein Vorgehen ad hoc daran anzupassen – je nach Situation in wechselnden Rollen als Prozessberater, Moderator, Trainer oder Coach. Deine Aufgabe ist es, alle Beteiligten in den Designprozess einzubinden, Teamarbeit zu beflügeln und mit Stakeholdern den situativen Rahmen für kreatives Arbeiten zu gestalten. Du hilfst den Beteiligten, einen kreativen Modus einzunehmen und schnell auf Geschwindigkeit zu kommen. Dafür stellst du gezielt die passenden visuellen Denkwerkzeuge bereit und gestaltest Übergänge zu anderen agilen Frameworks wie Lean Start-up und Scrum oder zu klassischen Methoden des Projektmanagements.

Die Rolle des Designfacilitators
»Die neue Rolle des Designfacilitators ist die Voraussetzung dafür, dass Design Thinking seine volle Wirkung und Produktivität in der Organisation entfaltet und nicht zum wirkungslosen Haftnotiztheater in bunt dekorierten Seminarräumen oder coolen Creative Spaces verkommt.«

Den Entwurfsprozess moderierst du mit dem Rüstzeug des Design Thinking. Entlang der Prinzipien des Design Thinking konzipierst und leitest du Workshops, in denen Teilnehmer aus unterschiedlichen Disziplinen gemeinsam neue Lösungen entwerfen.

Wie ein Völkerkundler hilfst du dem Team, in die Lebenswelt potenzieller Nutzer einzutauchen. Du zeigst ihm, wie es in einer Mischung aus Logik und Intuition Annahmen über relevante Nutzerprobleme formuliert. Du kennst die Möglichkeiten für die schnelle Konkretisierung von Lösungen in Form einfacher Prototypen und unterstützt beim Set-up von Tests, um Konzepte mit Nutzern auf ihre Tragfähigkeit zu überprüfen.

Die sieben Design Thinking-Prinzipien

Design Thinking ist weniger eine Methode als vielmehr eine Denkhaltung, die auf einer Reihe einfacher Prinzipien beruht.

Design-Thinking-Prinzipien

 

Der Mensch ist das Maß aller Dinge
Gute Gestaltung basiert auf Empathie für und Feedback durch die Menschen, für die du etwas gestaltest.

Zeige, was du meinst
Kommuniziere deine Ideen für neuartige Nutzererlebnisse über alle Sinne und vermittle sie in wirkungsstarken Geschichten.

Finde das Problem
Verdichte komplexe Probleme in einfachen Fragestellungen, die andere inspirieren.

Denke mit deinen Händen
Baue schnell einfache Prototypen, um deine Idee zu formen, sie an Dritte zu kommunizieren und frühzeitig zu testen.

Vertraue dem Prozess
Sei dir jederzeit bewusst, wo du stehst, welche Methoden Sinn machen und was genau du erreichen willst.

Radikale Zusammenarbeit
Setze auf Diversität. Bringe Innovatoren mit unterschiedlichen Hintergründen und Sichtweisen zusammen, um neue Lösungen zu entwickeln.

Machen statt reden
Design Thinking ist handlungsorientiert und braucht Tempo. Probiere den nächsten Schritt einfach aus, anstatt zu lange über das Für und Wider zu reden.

Versuche, diese Prinzipien in deinen Workshops zu beachten. Mache sie für deine Teilnehmer erlebbar.

Um das Risiko zu senken, das Ressourcen verschwendet werden, weil das Team zu lange in die falsche Richtung läuft, trägst du Sorge dafür, dass es dem Zyklus aus Problemdefinition, Lösungsdesign und Test so schnell wie möglich folgt, um frühzeitig zu lernen, welche Annahmen und Lösungsansätze weiter optimiert und welche aufgegeben werden sollten.

Design-Thinking-Meeting

Als Designfacilitator hilfst du den Beteiligten, im steten Wechsel zwischen analytischem Denken und intuitiver Kreativität einen synchronisierten, effektiven und effizienten Arbeitsrhythmus zu finden. Du unterstützt Teams bei der Herausforderung, ihre Lösungsansätze wirksam an die übrige Organisation zu kommunizieren. Als Vermittler schlägst du Brücken zwischen organisationalen Silos, um Veränderungen nachhaltig zu verankern. Im Gegensatz zu klassischen Designern lieferst du als Designfacilitator keinen inhaltlichen Beitrag zum Ergebnis. Du konzentrierst dich vielmehr auf die Moderation von Teams, um ihnen zu helfen, ihren Schatz an kreativer Schöpfungskraft zu heben.

Ähnlich wie ein Servant Leader oder Scrum Master lieferst du als Designfacilitator den Anstoß dafür, dass neue Probleme identifiziert und gemeinsam angepackt werden. Aus Meetings, in denen darüber geredet wird, was später getan werden soll, machst du Workshops, in denen unmittelbar ein Ergebnis erzeugt wird.

Du hältst den Prozess in Gang und hilfst, Passivität zu überwinden. Du zeigst den Beteiligten, wie sie hands-on konkrete Artefakte erstellen, überbrückst unterschiedliche Arbeitsstile und moderierst Konflikte. Auf diese Weise sorgst du dafür, dass alle auf ein gemeinsames Ergebnis hinarbeiten.

Der Designfacilitator ist eine Antwort auf die komplexen Herausforderungen der digitalen Welt. Dieses Buch zeigt dir, wie du dich in dieser Rolle ausprobieren kannst.

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