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Die sieben Elemente der neue Führungsrolle

Jürgen Balhuber

26.09.2019 ·  Die Ansprüche an Unternehmen und Führungskräfte haben sich radikal verändert: Alte (Führungs-)Rezepte sind offensichtlich veraltet und überholt, unsere Welt erfordert, dass wir über tradierte Erfahrungen hinausgehen und auf eine neue Art mit Mitarbeitern umgehen. Führung braucht entsprechend eine neue Ausrichtung – und zwar eine auf den Menschen!

Jürgen Balhuber

Jürgen Balhuber hat eine Mission: Inspirierende Führung für Menschen in Führungsverantwortung. Seit mehr als dreiundzwanzig Jahren ist er Trainer, Mentor, Speaker und hat umfangreiche Projekterfahrung in Konzernen und mittelständischen Unternehmen. Neben eigenen Workshops zur Selbstentwicklung begleitet er Führungskräfte im Kontext von Heinz Kaegis »moving leaders from hard work to heart work«, um Erfolg und Erfüllung zu vereinen. » http://www.juergen-balhuber.de

Wer das erkannt hat, wird vieles verändern: Er definiert den Sinn und die Kern-Werte seines Unternehmens gemeinsam mit den Mitarbeitern und schafft dadurch eine neue Basis für Vertrauen und Zugehörigkeitsgefühl für seine Mitarbeiter. Getragen wird das durch eine Kultur der offenen, wertschätzenden Kommunikation, eine positive Fehlerkultur und die Idee, dass Mitarbeiter in ihren Stärken und Talenten gefördert und ihnen entsprechend eingesetzt werden. Die Führungskraft wird mehr und mehr zum Moderator und Dienstleister ihres Teams. Das erfordert eine Transformation, ein Umdenken und das Fokussieren auf Lösungen und Stärken. Insgesamt entsteht ein gelebtes Wir auf Augenhöhe, bei dem sich die Mitarbeiter aktiv engagieren und gerne Verantwortung übernehmen.

Dies alles ist die Voraussetzung, um auf die täglichen Herausforderungen rasch und lösungsorientiert zu reagieren. Denn so sind Mitarbeiter engagiert und agieren eigenverantwortlich im Sinne der Unternehmensausrichtung; alle haben an den Entwicklungen und Veränderungen teil und teilen gleichzeitig ihre Erkenntnisse. Nur so können Unternehmen in einem volatilen, dynamischen und unvorhersehbaren Markt mit anspruchsvollen Kunden eigenständige Lösungen schnell entwickeln und umsetzen. Und so bewirken die Stärke und die dynamische Kraft aller Mitarbeiter Zuversicht und gelebte Perspektive – trotz einer ungewissen Zukunft.

Unternehmen, die das erkannt haben, ändern sich nicht über Nacht – vor allem nicht, wenn die Umsätze aufgrund von äußeren Veränderungen nach unten gehen. Doch Unternehmen und Führungskräfte, die das erkannt haben, agieren langfristig und arbeiten frühzeitig an einer grundsätzlich neuen mentalen Haltung, die dafür sorgt, dass Neues entstehen kann, weil es entstehen darf und soll. Sie meinen es ernst mit dem, was sie sagen und initiieren.

Sieben Elemente zu Kraft und Inspiration

Wie entwickelt man sich also zu einer inspirierenden Führungspersönlichkeit? Wie kann man zu einer Haltung finden, die inspirierend ist und andere mitnimmt auf einen gemeinsamen Weg? Wie erschaffen wir ein echtes Wirgefühl und eine Wertekultur, die gelebt und von allen getragen wird? Wie entstehen Visionen, die Sogwirkung haben und für alle gleichermaßen attraktiv sind? Um genau diese Fragen geht es in diesem Buch. Seine Kapitel nehmen sieben Elemente in den Blick, die aus meiner Sicht zum Entwicklungsprozess eines Leaders gehören:

1. Sinn und Vision

Hier geht es darum, dass du erkennst, wer du bist und wofür du stehst: Was erfüllt dich? Was ist für dich sinnvoll? Wofür brennst du, was ist deine Kernaufgabe und dein Kernleistungsversprechen? Das hat viel mit deinen Talenten und deinen Werten zu tun, denn sie führen dich zu den Antworten, wofür du stehst. So geben sie dir einen Sinn; sie sind das Kraftwerk deiner Persönlichkeit.

Wenn du hier Klarheit gefunden hast, kannst du daraus deine Vision entwickeln: Was willst du erreichen? Wo willst du hin in deinem Leben? Deine Vision ist das Zielbild, dein Leitstern. Sie verkörpert also, wohin du wirklich willst, und gibt die Richtung vor.

Um inspirierend zu führen und dein Team einzubinden, ist es hilfreich, wenn ihr gemeinsam eine Vision entwickelt, in der sich alle wiederfinden können. Das Ergebnis ist eine gemeinsam ausgerichtete Kraft, ein gemeinsames Wollen und dadurch die Energie, um schnell und kreativ neue Wege zu finden und um Hindernisse zu meistern, die auf dem Weg auftauchen.

2. Fokus und Wahrnehmung

Dein Leben ist, worauf du fokussierst. Setzen wir im Alltag keinen bewussten Fokus, nehmen wir naturbedingt vor allem Negatives wahr. Will ich inspirieren und konstruktives, kreatives, lösungsfokussiertes Handeln ermöglichen, ist es sinnvoll, meine Wahrnehmung bewusst zu verändern. So entsteht ein Fokus auf die Vision, die uns leitet – statt in der Eruierung von Fehlern zu verharren. Wenn ich als Führungskraft gegenüber den Mitarbeitern den Fokus auf das Positive, Inspirierende halte, indem ich frage, welche Wege und Lösungen es gibt, welche Ideen sinnvoll sind, dann entsteht auch Positives: Mut, neue Wege zu gehen, Entscheidungen zu treffen, eigene Ängste anzusehen und aufzulösen. Dazu braucht es eine starke Persönlichkeit, die als Ratgeber, Partner und besonnener Vermittler agieren kann. Deine Rolle als Leader ist entsprechend die eines weisen Begleiters, eines väterlichen Ratgebers und eines Vormachers.

3. Einstellung

Wir sind, was wir denken! Unsere Einstellung bestimmt als zentrales Element unser Denken, Fühlen, Handeln und unsere Ergebnisse und Erfolge. Und unsere Einstellung beeinflusst natürlich auch, wie wir mit anderen umgehen und wohin wir unsere Kraft und Energie fließen lassen. Eine Veränderung der Einstellung ist das richtige Fundament auch für Führungsthemen. Denn wie sollen neue Verhaltensweisen erlernt und umgesetzt werden, wenn es an der zugehörigen mentalen Haltung fehlt?

Die rationale Arbeit mit und an der Einstellung ist sehr wertvoll und intensiv, denn sie hat bereits starke Auswirkungen auf alles andere. Wichtig ist auf der anderen Seite, dass diese Arbeit ihre Grenzen hat, nämlich dort, wo wir mit Kognitionen nicht weiterkommen – tief in uns. Entsprechend liegt für die, die ganz tief gehen wollen, die Wurzel zur Veränderung der Einstellung in der Liebe und der Aussöhnung mit seinen eigenen inneren Verletzungen.

Wer wirklich will, kann seine Einstellungen bewusst verändern – der Aufwand lohnt sich.

4. Mut und Commitment

Was kann dich daran hindern, zu deiner neuen Führungsrolle zu finden? Mögliche Hindernisse sind Ängste und fehlendes Commitment. Commitment brauchst du, um in Bewegung zu kommen; es bringt die Dinge voran. Für Commitment ist es wichtig, Bedenken und Ängste zu hören und zu integrieren beziehungsweise zu transformieren. Gelingt dieser Schritt, kann eine Entscheidung getroffen werden und die Energie kann frei fließen. Das Ergebnis wird null oder hundert Prozent sein – statt eines kraftlosen »Ja, aber«. Das gilt für dich wie für deine Mitarbeiter: Mutig zu handeln ist eine Qualität einer inspirierenden Führungskraft, die Vorbild ist und wiederum den anderen Mut macht, auch ihre Themen zu reflektieren und zu integrieren. Sich seinen Themen zu stellen und eine neue Haltung zu entwickeln ist daher ein Schritt, von dem du als Führungspersönlichkeit profitieren kannst. Ob es für dich eine neue Fehlerkultur ist oder das Abgeben von Verantwortung, oder ob es darum geht, sich auf einen anderen neuen Weg einzulassen, ist nur die äußere Form der Haltung, sich auf Neues einzulassen.

Wenn du dich einem Ziel ganz verschreibst, weil es für dich sinnvoll ist, wirst du alles dafür tun, es zu erreichen. Und dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass du Erfolg hast, sehr hoch. Daher lohnt es sich, sich mit dem Thema Commitment zu beschäftigen – und damit, wie du es bei dir und anderen fördern kannst.

5. Loslassen und Vertrauen

Ein weiteres Hindernis ist das Festhalten an der Vergangenheit, an negativen Mustern, Ängsten oder Erwartungen. Festhalten und Kontrolle binden Energie, die wir ansonsten für den Weg nach vorne nutzen könnten. Loslassen dagegen erfordert Vertrauen in das Leben und in die Zukunft. Die Tatsache, dass ich auf neunzig Prozent der Geschehnisse keinen Einfluss habe, gilt es erst einmal anzunehmen. Schritt zwei ist dann, dass du dich auf neues Terrain einlässt. Loslassen zu lernen, ist eine Frage der Einstellung und des Zulassens. Vertrauen setzt voraus, dass ich die Kontrolle nach unten fahre und meinen Mitarbeitern mehr zutraue. Dazu gehört auch, dass ich sie befähige, neue Wege ohne Angst zu gehen. So fördere ich das Wachstum jedes Einzelnen.

6. Wertschätzung, Dienen und Danken

Wenn es dir gelingt, deine Mitarbeiter ehrlich wertzuschätzen, überwindest du damit ein weiteres Hindernis. Oft vergessen wir all das Wunderbare, was wir bereits haben. Warum nicht einmal den Fokus genau darauf lenken und dankbar sein? Dass du als Führungskraft deinem Umfeld authentisch Anerkennung und Wertschätzung auf Augenhöhe geben kannst, ist bedeutend für vieles: Eine solche Haltung ermöglicht gute, vertrauensvolle Beziehungen, denn sie macht dich und deine Anerkennung gegenüber deinen Mitarbeitern glaubwürdig. Auch das Dienen – als erweiterte Form der Wertschätzung – entsteht ganz natürlich aus dieser Haltung. Wer als Führungskraft seinem Team dient, fördert bestmöglich die Stärken und Persönlichkeiten seiner Mitarbeiter.

7. Liebe

Vieles, was für die Liebe im privaten Umfeld gilt, ist auch für ein wirkungsvolles Agieren im Business gut und förderlich: Liebe lässt den anderen sein, wie er ist. Sie ist frei von Manipulation. Liebe verzeiht, statt nachtragend zu sein. Liebe unterscheidet zwischen Person und Verhalten. Eine Führungspersönlichkeit, die zu einer liebevollen Haltung gegenüber ihrem Team gefunden hat, wird die positiven Auswirkungen spüren: Mehr Versöhnlichkeit, mehr Leichtigkeit im Sein, mehr Vertrauen, weniger Angst.

Jedes dieser sieben Elemente steht einerseits für sich. Andererseits sind sie miteinander verbunden und bedingen sich teilweise. Wie die sieben Elemente miteinander zusammenhängen, lässt sich gut anhand eines Space Shuttles darstellen. Abbildung 1 veranschaulicht die sieben Elemente einer echten, inspirierenden Führung: Den eigentlichen Mittelpunkt, die Rakete, bilden Einstellung und Sinn. Sie machen das Innerste aus. Der Space Shuttle bewegt sich, angetrieben durch hundertprozentiges Commitment, in Richtung Vision. Die Richtung wird durch den Fokus gehalten. Auf dem Weg können Hindernisse auftauchen – wenn es an Wertschätzung und Dankbarkeit sowie Vertrauen und Loslassen fehlt. Die Liebe, die die Spitze des Shuttles schärft, erleichtert es, diese Hindernisse wahrzunehmen, beiseite zu räumen und die Richtung zu halten.

Die Querverbindungen, die es zwischen den einzelnen Themenbereichen des Buchs gibt, werden immer wieder angesprochen. Besonders deutlich werden sie jeweils am Anfang der einzelnen Kapitel, wenn es explizit um die neue Führungsrolle in turbulenten Zeiten geht. Diese Abschnitte, die durch Kursivdruck hervorgehoben sind, verdeutlichen noch einmal den roten Faden des Buchs.

Wer die sieben Kapitel mit einem offenen Geist liest und wirklich Veränderung will, kann durch die Lektüre den Grundstein zu vielen positiven Veränderungen legen – für sich selbst und für sein Team. Eine Veränderung der eigenen Haltung wird dazu führen, dass Entwicklungen der Neuerung in Gang kommen – zugunsten einer Unternehmenskultur, die von gemeinsam getragenen Visionen, gelebter Wertschätzung und kreativer Lösungsorientierung geprägt ist und zu einem echten Wirgefühl führt.

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