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Entschuldigung! – Ich bin so gerne unterwürfig

Marin Sernko

28.04.2016 ·  "Entschuldigen Sie die Frage? Wie spät ist es?" Solche und andere Unterwürfigkeiten sind alltäglich. Wir meinen es höflich, aber eigentlich ist es unterwürfige Buckelei. Deshalb ein gut gemeinter Rat: Vermeiden Sie vorschnelle Entschuldigungen ...

Marin Sernko

Mag. Martin Sernko zählt zu den führenden Kommunikationsexperten Europas. Bekannt für seinen eigenen, unverwechselbaren Stil – geprägt von hoher Dynamik, Innovation und Motivation –, steht er dafür, Altbekanntes stets kritisch zu durchleuchten sowie gänzlich neue Ansätze und Techniken zu entwickeln. » http://www.sernko.at

Vor einigen Tagen sitze ich mit meinem Netbook in einem Café an der Bar. Während ich an diesem Kapitel tippe, spielt sich folgender Dialog zwischen einem Gast und der Kellnerin ab.

Gast: »Ähh, Entschuldigung!«

Gast: »Frau Kellnerin, Entschuldigung!«

Kellnerin: »Ja?«

Gast: »Entschuldigung, ich möchte etwas bestellen.«

Kellnerin: »Ja?«

Gast: »Ich hätte gerne, äh, Entschuldigung, haben Sie auch ein Cola Zero?«

Kellnerin: »Nein, nur Cola Light.«

Gast: »Okay, tut mir leid, dann bitte ein Cola Light«

Gast: »Und Entschuldigung, bitte mit einer Scheibe Zitrone.«

Und wie geht es weiter? Die Kellnerin ist offensichtlich genervt. Sie serviert das Getränk ohne ein Lächeln. Und dann muss der arme Gast, als er zahlen will, auch noch drei, vier Mal »Entschuldigung!« sagen, bis sie reagiert. Dafür gibt er dann aber auch ein ordentliches Trinkgeld. Entschuldigungen lassen dich immer unsicher wirken. Selbst wenn du gar nichts Falsches gesagt oder gemacht hast, wird dein Gesprächspartner unterbewusst, je öfter du dich entschuldigst, argwöhnisch. Entschuldigungen werden immer damit verbunden, dass derjenige, der sie ausspricht, etwas falsch gemacht hat. Aus diesem Grund haben Entschuldigungen in erfolgreicher Rhetorik nichts verloren.

Die Ausnahme der Regel: Du willst dich bewusst für etwas, das du getan hast oder für das du die Verantwortung übernimmst, entschuldigen. Dann, und nur dann, sind Äußerungen wie ›Entschuldigen Sie!‹ oder ›Es tut mir leid!‹ angebracht. In diesem Fall solltest du diese auch klar, deutlich und vor allem ehrlich kommunizieren. Viele Menschen benutzen allerdings Ausdrucksformen der Entschuldigung, ohne dass diese notwendig sind. Leute entschuldigen sich, wenn es strategisch kontraproduktiv ist. Und oft entschuldigen wir uns, obwohl es überhaupt keinen Sinn macht.

  • Ich entschuldige mich gleich vorab für die etwas enge Zeitstaffelung des Seminars.
    Und der Erfolg: Passt! Jetzt wissen wenigstens alle schon von Anfang an, dass das Seminar stressig wird.
  • Grüß Gott Herr Mayer, ich entschuldige mich gleich im Voraus, falls ich Sie störe. Sie kennen mich nicht. Mein Name ist Gustav Hauer von Pipifax Consulting und ich würde Ihnen gerne einmal, wenn Sie Zeit haben, unsere Firma vorstellen.
    Und der Erfolg: So wird es sicher was mit dem Termin.
  • Es tut mir leid, dass ich Ihnen jetzt die PowerPoint-Präsentation, die ich normalerweise an dieser Stelle meines Vortrages vorführe, nicht zeigen kann. Ich habe Sie dummerweise im Auto meiner Frau vergessen. Und jetzt erreiche ich meine Frau nicht …
    Und der Erfolg: Gedanken des Zuhörers: »Aha, schau an! Mir wäre das gar nicht aufgefallen, dass hier eine geplant war. Na ja – jetzt weiß ich es! Vergessen hat er sie. Inkompetent! Auto der Frau … hat er kein eigenes Auto? Warum erreicht er seine Frau nicht? Eheprobleme?«
  • Entschuldige! Tut mir leid, dass ich dich so einfach anspreche. Darf ich dich auf einen Drink einladen?
    Und der Erfolg: Antwort: »Nein!«

 

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