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Gemeinsam Denken und Handeln – Die Erfolgsfaktoren in ungewissen Zeiten

Carolin Wolf

27.08.2020 ·  Wenn uns die letzten Monate eines gelehrt haben, dann Folgendes: Gewiss ist, dass es ungewiss ist. Wie kann es nun in einem Umfeld von Ungewissheit gut gelingen, handlungsfähig zu bleiben?

Carolin Wolf

Carolin Wolf ist seit 2001 Geschäftsführerin von Wolf&Oberkötter Personal- und Organisationsentwicklung, mit den Schwerpunkten des betrieblichen Gesundheitsmanagements, dem Begleiten und Gestalten von Veränderungsprozessen sowie der Konfliktklärung. Die Diplom-Psychologin ist als hypnosystemische Beraterin und Effectuation-Expertin in den unterschiedlichsten Kontexten tätig.  » http://https://wolf-oberkoetter.de/

Es geht in jedem Unternehmen darum, wirksam zu sein, das heißt als Team gut in ein gemeinsam getragenes Handeln zu kommen. Hierfür wird das gemeinsame Denken benötigt, welches die aktive Beteiligung aller beinhaltet. Eintrittskarte ist ein Umfeld, das hierzu nachdrücklich einlädt. Während die Frage des Philosophen Frithjof Bergmanns: "Was willst du wirklich, wirklich tun?" vor allem im Umfeld von New Work sehr vertraut ist, kommt die Frage nach dem "Wie tun wir etwas?" häufig zu kurz.

In Hinblick auf das zweite Quartal 2020 ist diese Frage jedoch besonders wichtig. Die überwiegende Anzahl der Führungskräfte und Mitarbeitenden haben in den letzten drei Monaten entscheidende Veränderungen durchlebt. Dabei ist einigen Unternehmen die regelmäßige Reflexion über das wie gut gelungen. Andere sind abgetaucht in Aktionismus, wieder andere in ein Vakuum / Stille. Gerade in Zeiten digitaler Führung ist das gemeinsame Innehalten verbunden mit der Prozessreflexion jedoch entscheidend. Vor allem dann, wenn sich diese Frage auf die gemeinsam verbrachte Zeit – zum Beispiel in Meetings – bezieht. Die Herausforderung gelingender Begegnung insbesondere in virtuellen Meetings ist branchenübergreifend.

Im Alltag zeigt sich jedoch nicht selten der Rückgriff auf altbewährte – und häufig wenig nützliche – Rituale, selbst bei Start-ups. Das Abgleiten in Electronic Multitasking mit dem Ergebnis der geteilten Aufmerksamkeit ist nur eine der Hürden für gemeinsames Denken. Gehen wir allerdings davon aus, dass wir uns in einer Welt befinden, die sich aktuell noch stärker als vor einigen Monaten mit dem Akronym VUKA (volatil, unsicher, komplex und ambig) beschreiben lässt, dann ruft dies explizit nach dem gelungenen Einsatz mehrerer Köpfe mit gemeinsamem Fokus. Mit anderen Worten nach Begegnungen, die eine Zufriedenheit hinsichtlich Verlaufs- und Ergebnisqualität beinhalten. An dieser Stelle lohnt sich ein Blick auf einige der zentralen Türöffner.

In Zeiten der virtuellen Führung beinhaltet dies natürlich das Vorhandensein der notwendigen technischen Voraussetzungen: funktionierende Videotools, der Einsatz passender Kollaborationssoftware oder aber auch schlicht der Datenzugang für alle Beteiligten. Ist dies gegeben benötigt gemeinsames Denken die ernstgemeinte Partizipation bzw. das Mitgestalten. Diese setzt eine Klarheit über einen gemeinsam getragenen Sinn, also eine Antwort auf das jeweilige "Wofür machen wir das jetzt?" ebenso wie eine Klarheit über das gemeinsame Spielfeld hinsichtlich des vorhandenen Handlungs- und Entscheidungsspielraums voraus.

Ein weiterer Türöffner ist die Kultur des gemeinsamen Lernens und der Fehlerfreundlichkeit. Die kontinuierliche Reflexion dient als Kennzeichen für die besagten Türöffner. Dies meint ein stetiges Act and Reflect im Hinblick auf die Frage nach dem, was gelungen ist ebenso wie die im Miteinander erlebten Hürden und die daraus abgeleiteten Verabredungen. Einen Einstieg ermöglicht die von Frederic Laloux beschriebene Frage: “Wie würde unsere Organisation das heutige Meeting bewerten?“.

Nur dann, wenn die Werkzeuge zum gemeinsamen Denken und Handeln regelmäßig an die Anforderungen der VUKA Welt angepasst und weiterentwickelt werden, gelingt es Unternehmen, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Insbesondere die aktuellen Herausforderungen benötigen einem aktiven Umgang mit Ungewissheit, der Komplexität nicht ausblendet oder ignoriert, sondern würdigt und mit gezielter Kollaboration begegnet: Gemeinsam Denken braucht viele Köpfe.

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