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Generation X, Y, Z - Gibt es die überhaupt?

Michael Lorenz

11.04.2019 ·  Das Thema wird beschrieben, studiert und analysiert: Die jungen Generationen Y, Millenials oder Z und die neuen Anforderungen, die an Führungskräfte und Ihre Mitarbeiterführung gestellt werden. Kaum hat man eine Studie gelesen, die die Andersartigkeit der nachwachsenden Generationen belegen will, erscheint schon eine neue.

Michael Lorenz

Michael Lorenz ist Berater, Managementtrainer und Speaker. Er leitet die grow.up. Managementberatung. Vorher war er Geschäftsführer bei Kienbaum und leitete das Geschäftsfeld Human Ressources. In seinen lebendigen Büchern und Beiträgen zu Management-, Führungs- und Organisationsthemen vermittelt er anschaulich und unterhaltsam seine Erfahrungen und Einsichten aus Projekten, Trainings und Coachings. » http://www.grow-up.de

Wir glauben nicht, dass man wirklich allgemeingültige Aussagen über ganze Generationen von Jugendlichen machen kann. Die inter-individuellen Unterschiede sind viel größer als die soziometrisch erfassbaren Mittelwertverschiebungen von verhaltens- oder arbeitsbezogenen Präferenzen.

Tendenzaussagen lassen sich aus den Generationeneinteilungen allerdings schon ableiten. Und die sind für sich auch schon interessant. Sie sagen aber nichts über einzelne Menschen.

Wer ist die Generation Y?

Zu der Generation Y gehören diejenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Achtziger- und Neunzigerjahren (1981 bis circa 1997) des vergangenen Jahrhunderts geboren wurden und zwischen 2015 und 2020 in der Phase sind, zu heiraten, Kinder zu bekommen und Karriere zu machen. Man nennt sie Y, weil es im Englischen ausgesprochen wird wie why, also: warum.

Warum? Weil sie alles hinterfragen. Diese Generation ist damit aufgewachsen, dass sie schon immer eine Wahl hatten. Von ihren Eltern (deren Aufmerksamkeit war ihnen jederzeit gewiss) gefördert und für jede Handlung gefeiert, durften sie bereits mitbestimmen, wohin der nächste Urlaub gehen sollte, was Mutti auf den Tisch bringen durfte oder wann der Sonntagsbesuch bei Oma beendet war oder nicht.

Also: Sich frei entfalten und verwirklichen zu können, wurde ihnen bereits in ihrer Kindheit angewöhnt und stellt als logische Konsequenz heute eine der Grundanforderungen an ihren Arbeitsplatz dar. Arbeit als Leidenschaft und Selbstverwirklichung, nicht als Job, der die Miete zahlt.

Der Wunsch nach flexiblen Arbeitszeitmodellen, um im Privatleben in nichts zurückstecken zu müssen, ist zudem so groß, dass bei Nichterfüllung ein Unternehmen auch ohne zurückzublicken von ihnen wieder verlassen wird. Empfinden sie die Bedingungen allerdings als gut und erkennen sie in ihren Aufgaben einen Sinn, wird den Angehörigen der Generation Y generell eine Leistungsbereitschaft nachgesagt.

Dazu kommt, dass die Kinder der Generation Y als erste mit digitalen Medien aufgewachsen sind, weshalb sie auch als Digital Natives (Digitale Eingeborene) bezeichnet werden. Sie nutzen diese sehr umfassend und für sie gibt es meist keine Trennung mehr von realer und virtueller Lebenswelt. Es ist für sie selbstverständlich und notwendig, dass diese auch an ihrem Arbeitsplatz zur Verfügung stehen und genutzt werden dürfen. Digitale Medien und das Internet sind dabei gleichzeitig Zugang zu Netzwerken (beruflich und privat), Möglichkeit des sozialen Austauschs, Quelle von Informationen und Plattform zum Wissensaustausch.

Charakterisierungen der Generation Y:

 

Wer ist denn die Generation Z?

Der Generation Y folgt (dem Alphabet folgend) die Generation Z. Zu der Generation Z gehören die ab dem Jahr 1998 Geborenen, die heute in der Ausbildung sind, studieren oder die ersten Schritte auf dem Arbeitsmarkt machen. Auch diese neue Generation wuchs in einem besonderen Kontext auf: Sie standen ständig im Mittelpunkt, wurden einbezogen, motiviert, gelobt, ihr Selbstbewusstsein wurde gefördert. Sie sind gut darin, offen ihre Meinung zu vertreten und Kritik anzubringen.

Zwar wünscht sich auch die Generation Z eine starke und positive Feedbackkultur, doch wer weder von Eltern noch von Lehrern Korrekturen und Grenzen erfahren hat, kann häufig mit Kritik nicht gut umgehen.

Hat die Generation Y in ihrem Beruf noch eine gewisse Berufung gesucht (zumindest zu Beginn), verhält sich die Generation Z viel distanzierter. Der Arbeitgeber hat häufig keinen besonders hohen Stellenwert, auch das konkrete Arbeitsklima und direkte Arbeitsumfeld verlieren an Bedeutung. Wie auch die Generation Y werden sie leichten Fußes weiterziehen, wenn ihnen irgendetwas nicht passt.

Statt leistungsorientierter Bezahlung wird häufig ein Festgehalt bevorzugt, am liebsten mit Wachstumsgarantie. Eine Arbeit im öffentlichen Dienst, abgesichert und in der Karriere vorhersehbar, steigt wieder an Attraktivität.

Menschen der Generation Z sind im direkten Vergleich zur vorherigen Kohorte häufig etwas bodenständiger, realistischer und auch pragmatischer. Da man schon früh über alles Mögliche informiert ist und das Einholen von allen Informationen so einfach ist (»Google das doch bitte mal«, »Bei Wikipedia steht aber …«, »Hier check ich alles«) bleibt häufig wenig Raum für Fantasie.

Die zu der Generation Z gehörenden Menschen waren schon im frühen Kleinkindalter mit Smartphones oder Tablet-PCs in Kontakt, weshalb digitale Technologien beruflich wie privat völlig selbstverständlich genutzt werden und oft auch nicht mehr großartig reflektiert werden.

Sie sind seit dem Kindesalter Teil der Digital Natives, im Unterschied zu der Generation Y, die erst im jugendlichen Alter zum Beispiel Touchscreens kennenlernten. Sie nutzen Laptops, Smartphones, Tablets und so weiter, um Informationen schnell zu beschaffen und zu teilen.

Eine Chance, wahrgenommen zu werden, haben aber nur noch die Informationen, die wirklich interessieren. Denn wer jederzeit und überall erreichbar ist und mit Informationen überflutet wird, hat keine Zeit für lange Aufmerksamkeitsspannen.

Getreu ihrem Motto YOLO (You only live once) strebt die Generation Z nach maximaler Freiheit und hohem Freizeitanteil.

Das kann zu Widerständen gegen alte Strukturen, Regeln und Ansichten führen (»Ich lasse mir doch von dir nicht vorschreiben, wie ich meine Arbeit zu erledigen habe!«, »Das ist doch total old-fashioned hier.«, und so weiter). Dazu kommen der Wunsch nach einem pünktlichen Feierabend und die Ablehnung der Arbeit im Homeoffice mit ständiger Erreichbarkeit. Es sollte pünktlich mit der Arbeit Schluss sein. Fördert man ihre persönliche Entfaltung, ihren Wunsch nach Flexibilität und Eigenständigkeit und schafft es dann noch, Sinn in spannenden Projekten zu stiften, erntet man aber auch bei der Generation Z durchaus Willen und Hingabe an die Sache.

Charakterisierungen der Generation Z:

 

Wie unterscheiden sich Generation Y und Generation Z?

Im Grunde spiegeln sich im Wesentlichen die gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen in den Bedürfnissen, Wünschen und Vorstellungen junger Generationen wieder. Der Wunsch, auch – im Verständnis der Älteren – gegensätzliche Anforderungen erfüllt zu bekommen, wird dabei immer größer. Auch das ist wahrscheinlich eine ganz normale gesellschaftliche Entwicklung in einer Wohlstandsgesellschaft.

  • »Instant schlank ohne Mühe.«
  • »Sparen Sie sich reich.«
  • »Wohlhabend ohne Anstrengung.«
  • »Bio – aber in Plastik verpackt.«
  • »Fünfsternehotel für 300 Euro/Woche«
  • »Streng vegan leben, aber einen katastrophalen ökologischen Footprint durch Interkontinentalreisen.«
  • »Geiz ist geil.«
  • »Ich will alles und zwar jetzt.«

Ja, sicher.

Diese Dilemmata spiegeln sich entsprechend in den beruflichen Wünschen junger Menschen wider:

  • Sicherheit im Job bei gleichzeitig gutem Verdienst
  • Sinnhaftigkeit und hohe Ansprüche
  • Selbstverwirklichung und das bei durchaus konservativen Studiengängen (wie etwa BWL und Jura)
  • Zeit für Familie und Freunde und interessante Herausforderungen im Job
  • Karriere gerne, aber nicht bei viel Anstrengung

Junge Menschen suchen heute generell danach, dass ihre Arbeitstätigkeit von ihnen als sinnvoll empfunden wird. Sie erwarten auch entsprechend angepasste Freiräume, um sich ausprobieren zu können.

Vergleichbar ist bei beiden Generationen die Suche nach Möglichkeiten, mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen zu können.

Bei der Generation Z scheint es allerdings noch etwas anspruchsvoller zu sein. Die durchschnittliche Karriereorientierung ist geringer und auch die Bereitschaft, sich überdurchschnittlich einzubringen, etwa durch mehr Zeiteinsatz in Form von Überstunden ist noch geringer als bei der Generation Y. Die Erwartungen an die Jobsicherheit sind höher und die Trennung zwischen Beruflichem und Privatem noch strikter als bei der Generation Y. Genug Geld zur Erfüllung des einen oder anderen Lebenswunsches sollte der Job allerdings doch abwerfen. Dieses Thema steht bei einigen Untersuchungen bei der Generation Z wieder höher auf der Prioritätenliste als bei der Generation Y. Sowohl die Generation Y als auch X stellen hohe Ansprüche an klassische Unternehmen und Arbeitgeber.

Die zunehmende Internationalisierung hilft dabei, auch außerhalb unseres Kulturraums verschiedene Arbeitsmentalitäten kennen und schätzen zu lernen. Mit dem möglichen »Nachteil«, zu lernen, dass man auf dieser Welt Dinge auch anders als »deutsch« regeln kann und sie trotzdem gut oder sogar besser funktionieren. Ein dreifacher Familienvater: »Die Volatilität der Sichtweisen ist heute viel größer als früher. Das ist sicher auch ein Effekt der viel größeren Aktionsradien der heutigen Ausbildungen und Studiengänge.«

 

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