Humor macht frei BusinessVillage - Verlag für die Wirtschaft

Werden Sie VIP

Schließen Sie sich 26.000+ Menschen an und abonnieren Sie den gratis BusinessVillage-Newsletter. Gehören Sie zu den Ersten die es erfahren: Exklusive Inhalte. Neue Bücher. Gratis Angebote. Einladungen ...

Gastbeitrag schreiben?

Sie sind Trainer, Berater, Coach und ein Meister Ihres Faches? Sie haben was zu sagen? Dann Nutzen Sie die Chance und publizieren Sie einen Gastbeitrag im BusinesVillage Online-Magazin — Gratis und ohne Risiko aber viele tausend Leser garantiert! Interesse? Dann freuen wir uns auf Ihre Mail an artikel[at]businessvillage.de.

Honorarfreier Content

Sie sind Journalist oder Redakteur und auf der Suche nach Gastbeiträgen, Buchauszügen oder einem/r Interviewpartner(in)? Dann sprechen Sie uns bzgl. einer Verwertungs- bzw. Abdruckgenehmigung an. Diese ist i.d.R. honorarfrei. Ihnen schwebt ein exklusiver Artikel vor? Senden Sie Ihre Anfrage an redaktion[at]businessvillage.de.

Humor macht frei

Brigitta C. Kemner

06.04.2017 ·  Wann hast du das letzte mal so richtig gelacht? Weißt du noch, wie befreiend sich das anfühlte? Schlagartig waren Ängste, Stress und düstere Stimmung verflogen. Ein solches Ergebnis hättest du mit wochenlangen positivem Denken niemals erreicht ...

Brigitta C. Kemner

Brigitta Christina Kemner ist Personal Coach und Business Coach und begleitet seit 2003 Führungskräfte, Unternehmer, Leistungsträger und Privatpersonen bei persönlichen und beruflichen Veränderungen. Ihre Schwerpunkte liegen in 3 zentralen Bereichen des „Menschseins“: Selbstbalance/ Lebenserfüllung, Menschenführung und Kommunikation. Für die ehemalige Hochleistungssportlerin im Marathon stehen Bewusstheit und Präsenz im Mittelpunkt. Sie zeigt Menschen einen Ausweg aus dem Hamsterrad und ermöglicht Zugang zu innerer Freiheit, neuen Ressourcen und Potenzialen.  » http://www.brigitta-kemner.com

Eine chinesische Lebensweisheit sagt nicht ohne Grund: »Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln.« Als Kind lachen wir etwa vierhundert Mal am Tag, als Erwachsene sind es im Schnitt etwa zehn bis zwanzig Mal. Manche Menschen lachen fast nie. Lächeln müssen wir nicht lernen, sondern es ist uns angeboren. Selbst Säuglinge lachen schon aus Reflex. Es gibt etliche Studien, die belegen, das Lachen das Lernen unterstützt, unser Immunsystem stärkt, uns gesund hält, Depressionen entgegenwirkt und den Heilungsprozess von körperlichen sowie seelischen Erkrankungen beschleunigt.

Die positiven Auswirkungen des Lachens sind in allen Bereichen deines Körpers spürbar:

  • die Durchblutung steigt
  • der Kreislauf wird angekurbelt
  • der Blutdruck reguliert sich
  • Schmerzempfinden lässt nach
  • es werden weniger Stresshormone produziert, Körper und Geist entspannen sich
  • Glückshormone werden ausgeschüttet

Spannend ist dabei, dass selbst ein lächelnder Gesichtsausdruck schon positive Auswirkungen hat, unabhängig davon, ob dir zum Lachen zumute ist oder nicht. Zu Beginn meines buddhistischen Studiums bekam ich in einer Präsenzphase die Aufgabe, einen Großteil der Zeit mit einem Stift zwischen den Zähnen herumzulaufen. Die Mundwinkel verziehen sich dadurch zu einem Lächeln. Ich war selbst überrascht, welche positive Wirkung das auf unsere Stimmung hat. Wer Humor hat, kann den Unzulänglichkeiten der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten, Herausforderungen und Missgeschicken mit Heiterkeit und Gelassenheit begegnen. Eine gewisse spielerische Leichtigkeit ist zu erkennen und das Leben wird als nicht so ernst und tragisch empfunden. Humor ermöglicht es, uns inmitten unserer Probleme zu befreien und Licht durch die dicke Wolkenschicht scheinen zu lassen. Häufig findet sich der Weg zur Lösung dann ganz von allein. Das soll nicht bedeuten, dass du eine belastende Lebenssituation nicht ernst nehmen sollst oder durch Lachen alle Probleme sofort verschwunden sind. Es ist vielmehr so, dass Humor ein wichtiger Freund ist, der dir bei der Bewältigung deiner Probleme zur Seite steht und dir die Enge und etwas von deiner Last wegnimmt.

Gerne möchte ich eine Geschichte über das Kloster/Zentrum des Lächelns mit dir teilen. Vielleicht hast du sie auch schon gehört oder gelesen. Ich liebe diese Geschichte und sie passt perfekt zum Thema Humor: Viele Menschen, die die Geschichte vom Kloster des Lächelns hören, möchten sofort hinreisen. Leider ist es aber inzwischen in einem Krieg zerstört worden und so lautet der neue Wunsch: eine Art Kloster des Lächelns vielleicht sogar im deutschsprachigen Raum entstehen zu lassen – und zwar möglichst ohne Festlegung auf bestimmte Religionen oder spirituelle Glaubensrichtungen. Jeder soll dort willkommen sein. Wir geben den Wunsch hiermit ans Universum weiter.

Das Kloster in Kirgisien hieß eigentlich Kloster der Feueranbeter, da stets ein Feuer dort brannte. Aber berühmt geworden ist es durch das Lächeln. Der Bericht, der es berühmt gemacht hat, entstammt dem Buch Eselsweisheit von Mirsakarim Norbekov.

Hier der Erfahrungsbericht

Professor Norbekov betreute ehemalige Partei-Bonzen im Ruhestand und es war normal, dass jeder von ihnen, in ihrem meist hohen Alter, unter der einen oder anderen unheilbaren Krankheit litt. Auf einmal jedoch erfuhr einer von ihnen während einer längeren Reise eine vollkommene Heilung von Parkinson. Kurz darauf verschwanden die nächsten vier Herren für einige Wochen und kamen ebenfalls komplett geheilt wieder. Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. Professor Norbekov fragte nach und wurde informiert, dass die Herren zur Genesung in einem Kloster gewesen wären.

Das musste Professor Norbekov gesehen haben. Nichts wie hin. Er nahm zwei Freunde, einen Kameramann und einen Regisseur mit und machte sich auf in jenes Kloster. Alle vierzig Tage empfing man dort eine Gruppe von Gästen. Professor Norbekov und seine Freunde meldeten sich an und machten sich auf den Weg.

Der erste Schrecken ereilte sie, als sie feststellten, dass sie die letzten sechsundzwanzig Kilometer auf einer steilen Bergstraße zu Fuß gehen mussten. Und der noch größere Schrecken folgte sogleich. Denn im Kloster angekommen, machte man dort keinerlei Anstalten, die neuen Gäste zu untersuchen oder ihnen eine Medizin zu verschreiben. Stattdessen wurden sie gebeten, nicht zu sündigen. Wer dieser Bitte nicht nachkomme, werde zum Wasserholen geschickt. Dazu muss man zwei Dinge wissen: Es galt als Sünde, eine düstere Laune zu haben und nicht zu lächeln. Und um das Wasser zu holen, musste man eine vier Kilometer lange Serpentinenstraße abwärts an einer steilen Felswand hinabsteigen, dann das Wasser an einem kleinen Rinnsal einfüllen und es dann wieder hochtragen. Der volle Krug mit dem Wasser wog über zwanzig Kilogramm.

Wenn man wieder oben ankam, war man fertig mit der Welt.

Da ein durchschnittlicher Städter selten lächelt und selbst wenn er versucht zu lächeln, es meist nach zwei Minuten wieder vergessen hat, dauerte es nicht lange, bis Professor Norbekov zum Wasserholen geschickt wurde.

Völlig fertig kam er schließlich nach acht Kilometern Serpentinenschleichweg mit dem schweren Krug wieder oben an – und wurde aufgefordert, noch einmal zu gehen. Er habe beim Aufstieg die Sünde mit sich getragen.

Professor Norbekov leugnete alles. Er war sicher, es nicht noch einmal zu schaffen. Aber der Mönch führte ihn zu einem Fenster mit Ausguck auf den Pfad und die Wasserquelle. Dieser Mönch hielt ein Fernglas in den Händen und beobachtete die Gäste auf dem Weg nach oben. Wer nicht lächelte, musste wieder hinab.

Die ersten Tage waren fast alle Gäste ständig beim Wasserholen. Nach einer Woche musste keiner mehr zum Wasserholen. Sie hatten sich an das Dauerlächeln gewöhnt.

Die Mönche bedankten sich dafür, dass die Gäste Licht in das Kloster brachten, und zeigten ihnen die hauseigene Quelle. Der ganze lange Gang nach unten war völlig unnötig und nur dazu erdacht, den Gästen die Sünde auszutreiben.

Es gab eine zweite Gewohnheit in diesem Kloster: Neben dem Lächeln gingen auch alle Menschen dort sehr aufrecht. Zudem erfreuten sie sich an den Kleinigkeiten des Lebens und erlaubten sich auch mal, zu spielen wie die Kinder.

Nach vierzig Tagen waren wie auf wundersame Weise die meisten Krankheiten und Wehwehchen von den Gästen abgefallen und jeder verließ das Kloster gesünder, als er angekommen war.

Als Professor Norbekov wieder zu Hause war, wollte er natürlich genau wissen, ob Lächeln und aufrechtes Gehen wirklich derart durchschlagende Wirkungen haben konnten. Und so lud er Patienten zur freiwilligen Teilnahme an einem Trainingsprogramm ein. Zwei Stunden täglich gingen die Patienten aufrecht mit einem Lächeln im Gesicht in der Turnhalle einer Polyklinik auf und ab.

Und tatsächlich, auch hier waren nach vierzig Tagen alle zumindest ein wenig gesünder als zuvor.

Professor Norbekov forschte weiter und baute seine Programme aus. Als er bei einem weiterentwickelten Trainingsprogramm mit fünfzehn schwer kranken Patienten im Endstadium arbeitete, konnte er bei allen fünfzehn eine komplette Heilung erreichen.

Seine nahezu hundertprozentigen Erfolge sind bis heute geblieben und er hat ein Trainingsprogramm für jedermann dazu entwickelt.

Problem: Die meisten Kurse gehen über sieben bis zehn Tage und danach müssten die Teilnehmer alleine weitermachen. Das aber schaffen nicht alle. Und so wünschen sich viele Menschen ein neues Kloster des Lächelns oder einfach nur ein liebevolles Zentrum des Lächelns, in das man für vierzig Tage reisen kann, um dort gemeinsam zu trainieren.

Dieses Zentrum des Lächelns müsste nicht das ganze Jahr über nur dafür genutzt werden: Es würde ausreichen, drei- bis viermal im Jahr so ein Training dort zu veranstalten – ungestört von der Welt außen und ausschließlich mit Menschen, die sich am Training beteiligen. Murrendes Personal, unwirsche Köche oder nicht lächelnde Zimmermädchen würden auf keinen Fall gehen. Besser würde man alles selbst machen, um sicherzustellen, dass auch hier, wer immer das Lächeln vergisst, zum Wasserholen oder etwas Ähnlichem geschickt wird.

Einstweilen dürfen wir uns selbst zum Wasserholen schicken, wenn wir wieder die Schultern hängen lassen und zu lächeln vergessen. Auch den Druck der Umwelt muss man aushalten lernen, denn da guckt schon öfter mal einer schräg: »Was grinst du denn so?« – »Ich norbekove …«

Die Norm ist, ausdruckslos vor sich hinzustarren, wer abweicht von ihr, fällt auf. Aber es kann ja nicht wirklich schaden, anderen ab und zu mit ein bisschen penetrantem Optimismus auf die Nerven zu gehen …

So weit der Bericht.

Übung: Etwas zu lachen haben

Du brauchst ja nicht gleich ein Kloster des Lächelns zu gründen, aber ein Schritt in die richtige Richtung kann vieles verändern: Erstelle eine Sammlung von allem, was dich aufheitert und worüber du lachen kannst. Dabei ist es egal, was andere dazu sagen oder ob sie das befremdlich finden. Entscheidend ist, was du als erheiternd empfindest.

Richte in den nächsten vier Wochen den Fokus darauf, möglichst viele dieser Reize in dein Leben zu integrieren. Selbst wenn die Umstände aktuell ungünstig sind und du Traurigkeit empfindest, schaffe dir Momente der Heiterkeit. Niemals ist alles zu einhundert Prozent düster in allen Lebensbereichen. Gib dir einen Ruck und lache trotzdem. Der Papagei darf dabei einfach einen Moment düster in der Ecke sitzen und auf dich warten.

Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über die BusinessVillage GmbH. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an redaktion@businessvillage.de.