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Mood Management - Vermeide negative Gefühle

Stefan Dederichs

08.03.2018 ·  Oft ziehen uns unsere Gedanken und Vorstellungen runter – ganz ohne objektiven Grund. Wir gehen einfach unseren Wahrnehmungen auf den Leim. Denn meist sind die Dinge anders, als sie im ersten Augeblick erscheinen. Das gilt insbesondere für Neid oder Rache.

Stefan Dederichs

Stefan Dederichs ist der Glücksmacher. Der heute erfolgreiche Speaker, Autor und Trainer blickt auf eine holprige Jugendzeit zurück: Er litt unter Depressionen und hatte keinen leichten Start ins Berufsleben. Doch er steckte den Kopf nicht in den Sand und fand Wege zu einem erfolgreichen und erfüllten Leben. Er zählte zu den besten Verkäufern seiner Branche, gründete Unternehmen und wurde zum erfolgreichen, lebensfrohen und selbstbewussten Menschen. Sein Motto: „Erfolg ist, was glücklich macht.“ Heute gibt Stefan Dederichs dieses Wissen, wie es jeder zum wirklichen Glücklich-Sein schaffen kann, als gefragter Vortragsredner und Autor weiter. » http://www.stefan-dederichs.de/

In meiner Jugend war ich sehr oft mit meinem Vetter zusammen. Er war für mich wie ein Bruder. Wir haben alles zusammen gemacht, hingen wie Pech und Schwefel aneinander. Jede freie Minute verbrachten wir zusammen. Auf der einen Seite schaute ich zu ihm auf, auf der anderen Seite war ich ein Stück weit eifersüchtig. Er war einfach besser und beliebter, hatte mehr Geschmack, führte ein freieres Leben, er war intelligenter. Innerhalb der Familie führten wir eine Art Konkurrenzkampf. Ich fühlte, dass meine Leistungen schlechter waren als seine, ich war eifersüchtig und auch neidisch. Erst viele Jahre später, als ich mit ihm darüber sprach, erfuhr ich, dass er auch eifersüchtig auf mich gewesen war. Auch er sah in mir Dinge, die er nicht hatte, die er gerne gehabt hätte. Wir hatten also beide genau dasselbe von dem anderen gedacht – und diese Gedanken waren nicht unterstützend und positiv, sondern negativ und neiderfüllt.

Vielleicht kennst du das auch?! Vielleicht hattest du eine Freundin, die – in deiner Wahrnehmung – jeden Schwarm (von dir) als festen Freund hätte haben können … Aber vielleicht hat sie das gar nicht interessiert oder vielleicht hätte sie lieber ein Mädchen zur festen Freundin gehabt. Vielleicht hast du einen Kollegen, dem das berufliche Glück und eine finanziell superlukrative Karriere zuzufallen scheinen … der sich aber in Wirklichkeit nach mehr Ruhe und mehr Zeit für seine Kids sehnt und des Leistungserfolgs und aller Statussymbole längst überdrüssig ist?

Es gab da in meiner Schulzeit ein Mädchen, das ich klasse fand. Sie hatte allerdings einen Freund, der um einiges älter war. Ich traute mich nicht, sie anzusprechen, denn sie war irgendwie eine Nummer zu groß für mich. Jeden Tag hoffte ich, sie auf der Straße oder im Bistro zu sehen. Mein Herz schlug jedes Mal ein wenig höher. Sie hatte lange braune Haare, ein hammer Lächeln und eine Wahnsinnsfigur. Sie war wie von einem anderen Stern. Was hätte ein solches Wesen schon von mir wissen wollen, mir, dem einfachen, ganz normalen Jungen! Etwas später lernte ich ihre Schwester kennen. Wie? Das weiß ich nicht mehr. Das Leben bringt uns einfach das, was wir brauchen. Die Schwester und ich wurden extrem gute Freunde. Wir unternahmen viel zusammen (Kino, Disco, Bistro) und natürlich war das wunderbare Mädchen häufig mit dabei. Anfangs war ich einfach viel zu schüchtern, später kannten wir uns dann zu gut. Ich hatte den Zeitpunkt verpasst. Wir sind nie zusammengekommen. Als ich sie jedoch näher kennenlernte, merkte ich, dass sie nicht von einem anderen Stern war. Verstehe mich nicht falsch! Sie war ein tolles Mädchen, lieb und begeisternd, aber eben nicht besser und nicht schlechter als ich. Dadurch dass ich sie besser kennenlernte, normalisierte sich meine Sichtweise. Sie hatte die gleichen Ängste, Sorgen und Probleme wie alle anderen auch. Vielleicht sogar ein wenig mehr. Es hatte gar keinen Grund gegeben, sie nicht anzusprechen, es war nur meine Wahrnehmung gewesen, die mich daran hinderte. Wir Menschen sind ähnlicher als wir oft glauben. Egal ob Prominente, König, Politiker oder einfach ein tolles Mädchen. Es gibt keinen Grund dafür, dass du dich kleiner oder weniger wert fühlst. Dies bedeutet nicht, dass du nicht Respekt oder Begeisterung zeigen sollst und kannst, es bedeutet nur, dass du deine Sichtweise anpassen und dadurch den Weg zum Glücklichsein weitergehen kannst. Die Dinge sind oft anders als sie im ersten Augenblick erscheinen.

Hinterfrage den Schein

Es ist oft nicht so, wie es scheint. Vermeintlich stärker wirkende Personen sind oftmals gar nicht stärker als du selbst; sie wirken nur so. Es sind ausschließlich unsere eigenen Gedanken, die uns zu Fehleinschätzungen führen. Wir hinterfragen unsere eigenen Vorurteile bezüglich der Situation eines anderen Menschen gar nicht, sondern setzen voraus, dass man doch so einfach glücklich sein muss. Das ist Unsinn! Das, was uns als Glück erscheint, muss den anderen Menschen überhaupt nicht glücklich machen!

Im Laufe meiner Karriere lernte ich viele Menschen kennen, die viel reicher und nach außen erfolgreicher waren als ich. Menschen, die in der Öffentlichkeit standen, Menschen, zu denen man aufschaut. Wenn man diese Menschen jedoch besser kennenlernt, dann merkt man, dass hinter dem ganzen blendenden Schein auch nur sensible Wesen stehen. Sie sind nicht anders als du und ich. Sie haben genau die gleichen Sorgen und Ängste, Probleme und Herausforderungen. Sie sind weder besser noch schlechter als andere. Also verbanne Hass auf sogenannte Eliten oder Menschen, die mit einem silbernen Löffel im Mund geboren worden sind, denen alles zuzufallen scheint, verbanne Neid und Eifersucht aus deinem Leben! Hass, Neid und Eifersucht führen zu keinen positiven Ergebnissen. Sie bringen dich in keiner Weise weiter. Sie verursachen ausschließlich negative Gefühle. Gönne anderen Menschen ihre Erfolge! Unterstütze sie dabei, Erfolg zu haben! Du wirst erfahren, dass dein Glücksgefühl deutlich größer ist, als wenn du missgünstig bist. Freue dich mit der Person zusammen über deren Erfolg. Wenn mein Freund sich ein neues Auto kauft, das größer und teurer ist als meines, dann freue ich mich für ihn. Vielleicht spornt es mich an, mehr zu machen. Ich gönne es ihm, denn ich weiß, er hat seinen Teil dazu beigetragen.

Wir sehen in der Regel nur den Erfolg, wir sehen aber nicht die harte Arbeit, die in Wirklichkeit dahintersteckt. Wir sehen nicht die Entbehrungen, die vor dem Erfolg standen. Wir sehen bei Dieter Bohlen nur den erfolgreichen Pop-Titan, aber nicht die Rückschläge, die er in den ersten Jahren erlitt. Wir sehen nicht, welches Durchhaltevermögen er brauchte, um dorthin zu kommen, wo er jetzt ist. Also gönnen wir ihm doch seinen Erfolg! Du wandelst auf diese Art negative Gefühle in positive um, und schon bist du wieder ein Schritt weiter.

Mood Management (Gefühlsmanagement) nennt die Psychologie das, wenn es uns gelingt, unsere Gefühle achtsam wahrzunehmen, neutral anzuschauen und anzuerkennen, zu benennen – und dann positiv zu steuern. Wir sind unseren Gefühlen nicht ausgeliefert, wir können lernen, sie zu steuern! Und das ist ein sehr guter Weg zum Glück!

Neid und Missgunst machen uns klein, Gönnen macht groß

Neid entsteht, wenn wir einem anderen einen Besitz nicht gönnen. Dabei bringt uns dieser Gedanken keinen Schritt nach vorne. Neid ist ein sicherer Weg zur Erfolglosigkeit. Du sagst deinem Unterbewusstsein, dass du nicht haben willst, was der andere hat. Gönne es ihm, und du drehst deine Gedanken komplett um. Du signalisierst deinem Unterbewusstsein, dass du das auch willst, und du wirst es bekommen. Es spielt in deinem Leben keine Rolle, was ein anderer hat, sondern nur, was du brauchst, um glücklich zu sein. Da du die gleichen Möglichkeiten hast wie jeder andere, kannst du auch das Gleiche erreichen. Neid ist da fehl am Platz. Du hast es nicht nötig, dich mit anderen Menschen zu vergleichen.

Es kann durchaus sinnvoll sein, Vorbilder zu haben. Vielleicht beobachtest du den Weg, den diese Menschen genommen haben. Das ist jedoch etwas anderes als Neid. Eine solche Beobachtung kann durchaus motivierend wirken. Vielleicht entdeckst du Wege, die auch dich voranbringen.

Hass ist eine sehr große negative Emotion, die schnell zu Handlungen führt, die du später bereust. Schlimmer ist jedoch, dass du dich mit dieser starken Emotion selbst belastest. Du vergiftest deinen Körper und Geist mit etwas, was es nicht wert ist. Was du aussäst, kommt auch auf dich zurück. Dein Hass führt zu Handlungen, die der andere erwidern wird. Du schwächst deine Konzentrationskraft und leitest deine Energie in eine negative Zone. Mit diesem Gefühl wirst du nicht zu einem Glücksempfinden gelangen. Das alles ist es nicht wert. Denn meistens schaukeln sich Hassempfindungen gegenseitig hoch. Du tust etwas, was den anderen trifft. Wie wird dieser reagieren? Klar, er tut etwas, was dich trifft. So setzt sich das Ganze fort, und du bist die ganze Zeit mit dem Groll und den negativen Emotionen im Herzen unterwegs. Deine Energie fließt nur in diesen Hass und in die Überlegung, wie du den anderen verletzen könntest. Wohin soll dies führen? Zumindest nie in eine positive, für dich zufriedenstellende Lösung. Dabei liegt die Wurzel des Ganzen in Wahrheit nur in deinen Gedanken.

Löse dich von dieser Person! Entweder schaffst du es, sie von einem anderen Blickwinkel zu betrachten, oder du verbannst sie aus deinem Leben. Lass es nicht zu, dass dich ein solches Gefühl beherrscht! Vergebung ist sicher ein großes Wort. Es ist jedoch immer besser, den ersten Schritt zu tun und über Ereignisse und Handlungen hinwegzusehen, als sich von diesen belasten zu lassen. Es geht um deine Zufriedenheit, dein glückliches Leben und am Ende um deine Gesundheit.

Möglicherweise gibt es in deinem genauso wie in meinem Leben eine Menge Menschen, auf die ich Hass oder Neid projizieren könnte. Menschen, die mir nicht wohlgesonnen waren oder Entscheidungen getroffen haben, die nicht zu meinen Gunsten waren. Ich verspüre hier aber keinen Groll. Ich überlege immer, aus welchem Antrieb heraus diese Menschen so gehandelt haben. Manchmal führt dies dazu, dass ich die Handlung nachvollziehen kann, manchmal denke ich, dass sie nicht angemessen war und manchmal finde ich sie so schlimm, dass ich mir über diesen Menschen keinen Gedanken mehr mache und ihn aus meinem Umfeld entferne. Meine eigenen Gedanken entscheiden, wie ich mit der Situation umgehe. Alles ist in Ordnung, nur Hass und Eifersucht führen zu keiner positiven Veränderung und sind den eigenen Zielen nicht förderlich und stehen damit deinem Glück im Wege.

Rache?! Nutze die Energie für etwas Liebevoll-Positives

Ähnlich verhält es sich mit Rache. Die Energie, die du aufbringen musst, um Rachefeldzüge zu starten, würde zu viel mehr Erfolg führen, wenn du diese Energie auf die Erreichung deiner Ziele richten würdest. Meist ist es den benötigten Energieeinsatz gar nicht wert. Was soll denn das Ergebnis sein? Was erzielst du mit der Rache? Okay, vielleicht verletzt du den anderen und erfährst Genugtuung. Erfolgt aber daraus wirklich ein gutes Gefühl? Glaubst du, dass daraus ein wirkliches Glücksempfinden für dich entstehen kann? In aller Regel wird dies nicht der Fall sein. Weiterhin wirst du dich direkt auf eine Retourkutsche einstellen können. Du brauchst eine Strategie, um dich zu verteidigen. Musst achtsam sein, wann der nächste Angriff kommt. Auch dafür blockierst du Energie. Je schneller du das Thema vergisst und dich positiven Dingen zuwendest, umso eher ziehst du auch wiederum Positives an.

Was hätte es mir gebracht, wenn ich dem damaligen Geschäftspartner gegenüber, der mich im Stich gelassen und dadurch in wirkliche Bedrängnisse gebracht hatte, nach Rache getrachtet hätte: nichts. Es hätte mich im Leben keinen Schritt nach vorne gebracht und glücklicher wäre ich dadurch ebenfalls nicht geworden. Ganz im Gegenteil, ich hätte meine Energie vielleicht jahrelang in Dinge investiert, die mich nicht wieder nach vorne gebracht hätten. So konnte ich mich sofort auf den Neuaufbau konzentrieren und meine gesamte Kraft auf eine positive Sache richten. Nur deshalb bin ich so schnell wieder nach vorne gekommen.

 

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