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Nett war gestern. Hier kommt Machiavelli!

Richard Gappmayer

18.05.2017 ·  Zu allen nett sein, Konflikte friedvoll beilegen wollen und vor allem ständig darauf zu achten, dass sich alle anderen wohlfühlen? Denken oder agieren Sie so? Sind Sie am Ende ein Machtverweigerer? Ihre Kollegen werden Sie dafür schätzen. Aber, kommen Sie mit einer solchen Grundhaltung in Ihrem Unternehmen, Ihrem Leben wirklich weiter? Eher nicht. Einige machtlustigere Kollegen werden Sie mit breiten Ellenbogen auf der Karriereleiter gnadenlos überholen oder sie sogar brutal von selbiger stoßen. Wie wäre es mit einem abrupten Rollenwechsel? Streifen Sie die Haut des ängstlichen Machtverweigerers ab und schlüpfen Sie probeweise in das schillernde Kostüm eines machtvollen Machiavelli.

Richard Gappmayer

Richard Gappmayer war mehr als 20 Jahre im nationalen und internationalen Top-Management mit Schwerpunkt Verkauf, Vertrieb und Marketing tätig. Während dieser Zeit machte er zahlreiche persönliche Erfahrungen rund um die Thematik Macht und den richtigen Umgang mit der eigenen Machtkompetenz. 2006 machte er sich selbstständig und gründete das Zentrum für Persönlichkeits- & Organisationsentwicklung. Als Management-Coach, Organisationsberater, Wirtschaftstrainer und Supervisor unterstützt Gappmayer heute hochrangige Führungskräfte. Der Autor ist gefragter Keynote-Speaker und Interviewpartner zu seinen Kernthemen. » http://www.gappmayer-trainings.at

Wer mächtig sein will, muss mächtig wirken. Wenn Sie in einem Unternehmen neu beginnen, reklamieren Sie lautstark einen Parkplatz mit Ihrem Namen. Zur Inszenierung der Macht gehört es natürlich auch, mit einem beeindruckenden Automobil vorzufahren. Erwähnen Sie für eine so richtig machtvolle Inszenierung ständig Ihre Automarke und welch großartige Sonderausstattung Sie sich gegönnt haben. Wedeln Sie auffällig mit Ihrem Handgelenk, damit jeder Ihre edle Schweizer Uhr sehen kann. Erzählen Sie von Ihrer letzten Reise in die Karibik und beschreiben Sie jedem, wie toll das 6-Sterne-Ressort dort war. Ihre maßgeschneiderten Business-Anzüge oder Kostüme gehören sowieso zum täglichen Dress-Code der Macht. Und weg von den Äußerlichkeiten kommt es bei Mitarbeitern besonders gut, wenn man sie als spezielles Zeichen der eigenen Macht im Vorzimmer schmoren lässt, während man noch „ wichtige“ Telefonate zu Ende führt. Ohne Entschuldigung wegen der Verspätung, versteht sich. Seien Sie kreativ, Sie finden in diesem Bereich sicher Ihre ganz eigene und individuell wirksame Form der Machtausübung!

Kämpfen Sie ohne Rücksicht auf Verluste

Vergessen Sie in Verhandlungssituationen jegliche diplomatische Vorgangsweise. Bieten Sie nie Kompromisse oder Verhandlungszuckerl an. Gehen Sie für den ultimativen Macht-Erfolg sofort in den rhetorischen Kampfmodus. Und vergessen Sie dabei nicht, Ihr gesamtes Waffenarsenal der Macht auszupacken und zu nutzen. Provozieren Sie, demütigen Sie, schimpfen Sie. Nutzen Sie eisiges Schweigen als wirksames Machtinstrument. Und wenn das alles nichts hilft, können Sie immer noch die dritte Kategorie der verdeckten Macht-Waffen wie Intrige, Manipulation, Verunsicherung und Kontrolle in den Ring werfen. Win:Win interessiert Sie nicht. Nur dann, wenn andere verloren haben am Ausgang einer Verhandlung, dann fühlen Sie sich als der echte Gewinner.

Machen Sie es wie die Löwen!

Adaptieren Sie das Macht-Getue der Löwen. Bei denen geht es betreffend Machtspiele und klare Hierarchie äußerst brutal zu. Wenn ein Löwe ein neues Rudel übernimmt, da er im Kampf mit dem bisherigen Rudelbesitzer als Sieger hervorgegangen ist, tötet der neue Hauptlöwe sofort alle Babylöwen. Damit stellt er sicher, dass nur seine Gene weitergegeben werden. Machen Sie sich dieses Szenario doch zu Nutzen! Dies soll nun keinesfalls ein Aufruf zum Mord sein. Aber, um in Ihrem Unternehmen als machtvoll wahrgenommen zu werden, empfiehlt sich diese Strategie: Beißen Sie alles tot, was von Ihrem Vorgänger stammt, und beginnen Sie mit eigenen Projekten von vorn. Und wenn Sie schon dabei sind, dann setzen Sie auch alle Mitarbeiter, die mit den Projekten Ihres Vorgängers betraut sind, an die Luft oder werden Sie sie in Richtung andere Abteilungen los. Denn, Sie brauchen Ihr eigenes Team, das Sie als den machtvollen Hauptlöwen anerkennt. Versäumen Sie keine Gelegenheit, Ihren Vorgänger an den Pranger zu stellen und beschreiben Sie die „Desaster“ die er hinterlassen hat in genussvollen Details. Wenn Sie dazu rhetorische Schützenhilfe brauchen, blicken Sie doch kurz über den großen Teich, dort beißt gerade ein sogenannter Leader alles nieder, was vor ihm aufgebaut wurde. So sehen Sie gleich, wie es geht, um sich weltweite oder zumindest unternehmensweite Zustimmung und Anerkennung zu sichern.

Machtvolle Konklusion zum Abschluss

Wenn Sie doch nicht ganz sicher sein sollten, ob dies der richtige Weg zur echten Macht und Glorie ist, dann können Sie ja noch überlegen, ob Sie statt des eben beschriebenen brutalen Machtmenschen à la Machiavelli lieber den Weg des souveränen Machtvirtuosen einschlagen wollen. Diesen beschreibt Richard Gappmayer in seinem aktuellen Buch.

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