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Stoppt den Veränderungswahn - Ein Plädoyer für den Stillstand

Ardeschyr Hagmaier

19.10.2017 ·  „Veränderung ist modern. Nichts verändern tun die ewig Gestrigen.“ Ein Mantra, vor das sich viele spannen (lassen). Ob Unternehmer, Führungskräfte, Mitarbeiter oder Politiker: Mit dem Hang zur permanenten Veränderung suggerieren sie Geschäftigkeit – die Hoffnung: Der Glanz des Neuen sorgt für den Aha-Effekt. Doch ist es das wirklich wert?

Ardeschyr Hagmaier

Andreschyr Hagmaier ist der Change-Denker. Als Umsetzungscoach löst er Blockaden auf, macht Probleme überwindbar und ebnet den Weg zur Lösung. Mit seinen inspirierenden Keynotes zieht er seine Zuhörer in den Bann und sorgt für den Klick im Kopf. » http://www.ardeschyr-hagmaier.com/

„Bleibt doch einfach mal stehen!“

Das Leben im Stand-by-Modus ist in unserer hektischen Zeit verpönt. Wer sich zurücklehnen und in Ruhe reflektieren möchte, setzt sich dem Verdacht der Faulenzerei und Rückständigkeit aus. „Der will verwalten, der sperrt sich gegen den Fortschritt, der hat Angst vor der Veränderung, weil er dann an sich arbeiten muss!“ – die Veränderungsfanatiker sind lautstark unterwegs. Weil sie die ewige Veränderungsbrille aufhaben, merken sie nicht, dass sie es sind, die sich nicht verändern können und wollen. Denn wer immer alles verändern will, tritt genauso auf der Stelle wie der, der jede Veränderung verweigert. Was also tun?

Sich mit Stärkenfokussierung verbessern

Warum nicht einmal still stehen? Stillstand hat nichts mit Rückschritt zu tun. Es geht darum, sich die eigenen Stärken bewusst zu machen, sich die bisherigen Erfolge vor das geistige Auge zu rufen. Fragen Sie sich, inwiefern Stärkenfokussierung und die Orientierung an Erfolgsgewohnheiten und Erfolgserlebnissen Kraft und Energie frei setzen, um sich zu verbessern.
Der Zwang zum ewigen Change Management führt zu Veränderungen ohne Sinn und Verstand. Natürlich gibt es die Digitalisierung, natürlich befindet sich die Welt im Umbruch, natürlich kommen mit der Arbeitswelt 4.0 ungeheure Umwälzungen auf uns zu. Auf jeden Einzelnen von uns. Eben darum darf die Antwort auf alle Fragen, Herausforderungen und Probleme dieser Welt nicht lauten: „Verändere dich!“ Veränderungen um ihrer selbst willen sind schädlich.

„Einen Scheiß muss ich machen!“

Ich halte den Veränderungsfetischisten mittlerweile entgegen: „Einen Scheiß muss ich machen!“ Jedes Mal, wenn mich jemand dazu überreden, zwingen oder motivieren will, mich zu verändern, zucke ich zurück, werde misstrauisch. Beruflich und privat. Ich flüstere mir selbst zu: „Einen Scheiß muss ich!“ Wem das zu drastisch ist: Prüfen Sie, ob die Veränderung wirklich notwendig ist. Gibt es andere Wege und Alternativen? Wenn SIE selbst schließlich zu dem Ergebnis kommen, eine Veränderung sei richtig und angemessen: nun gut. Ich zumindest bleibe erst einmal stehen, blicke zurück, frage mich, wo ich stehe, was bisher gut gelaufen ist, was ich mitnehmen und fortführen will.
Oft ist die Parole „Immer weiter, höher und besser“ ein Change Fuck – eine Einstellung oder Überzeugung, die besagt, einzig und allein in der Veränderung liege der Stein der Weisen. Aber: Ich entscheide selbst, was und wann ich etwas verändern will und ob ich überhaupt etwas verändern möchte. Wenn mir Veränderungs-Gurus raten, eine andere Richtung einzuschlagen, bleibe ich still stehen und baue die „Einen Scheiß muss ich!“-Haltung auf! Denn es ist mein Wille, mich zu verbessern, und nicht, mich zu verändern.

Stehen bleiben, wenn es gut läuft

Vor allem dann, wenn es gut läuft, besteht kein Grund, etwas zu verändern. Natürlich: Am Veränderungsrad lässt sich immer drehen. Konstruktiver ist es, seinen Erfolgsgewohnheiten und Erfolgsrezepten auf die Spur zu kommen und diese zu verfeinern. Konkretes Beispiel aus meinem Erfahrungsschatz: Ich bin (beruflich) immer gut damit gefahren, mich auf eine Sache zu konzentrieren. Wenn mir nun jemand den Ratschlag gibt, ich müsse mein Geschäftsmodell erweitern, zum Beispiel verstärkt als Speaker und Vortragsredner auftreten, dann mag dies für andere der richtige Weg sein – für mich nicht, jedenfalls nicht derzeit. Ratschläge sind oft auch nur Schläge. Ich fokussiere mich lieber auf Coaching und Training und versuche, darin immer besser zu werden.

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