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Trotz buntem Lebenslauf zum Traumjob

Petra Barsch

08.12.2016 ·  35 Jahre alt und einen Lebenslauf wie ein Flickenteppich? Eine durchwachsene Biografie wird im Bewerbungsprozess oft ungern gesehen. Ich verrate Ihnen, wie Sie trotz abgebrochenem Studium und fünf Praktika oder drei Kurzzeitjobs auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich agieren können.

Petra Barsch

Diplom-Ökonomin Petra Barsch berät seit zehn Jahren Fachkräfte, Projektmitarbeiter und Führungskräfte und es ist ihr ein besonderes Anliegen, sie so zu positionieren, dass sie ihre Karriere proaktiv angehen, sich zukunftsfähig aufstellen und für Unternehmen attraktiv bleiben. Petra Barsch meint, dass Bewerbungswege, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen, größtenteils ausgedient haben. Das Prinzip der Selbstverantwortung auf die eigene Karriere anzuwenden, wird vom Young Professional bis zum Manager die Herausforderung und zugleich das Erfordernis der Zukunft sein.  » http:// www.petrabarsch.de

Nach der Schule begann Frank eine Ausbildung zum Mechatroniker. Autos stellten schon immer seine Leidenschaft dar und er wollte sich in der Welt der Lu­xus­li­mou­si­nen einen Namen machen. Doch es kam anders, der Betrieb, in dem er seine Lehre begann, ging insolvent und ein Unfall, der ihn ein Bein kostete, beendeten seinen Traum. Wie viele Gestrandete sah auch er in der Finanzdienstleistung seine große Zukunft und begann eine zweite Ausbildung zum Finanzdienstleistungskaufmann. Seine offene Art auf Menschen zuzugehen, kam ihm dabei zugute. Doch die Realität holte ihn schnell ein, Familie und Freunde sollten seine Kunden werden. Nach einem halben Jahr gab er auf. Ernüchtert und weniger hoffnungsfroh verstärkte er sein Engagement im Sitzvolleyball, gehörte hier bald zur Nationalmannschaft und fuhr zu den Paralympics. Und hier kam ihm die Idee für seine neue Beschäftigung – im Sanitätsfachhandel, als Betroffener kannte er die Bedürfnisse der Kunden genau, lernte schnell viel über Produkte und ihre Einsatzmöglichkeiten sowie Krankheitsbilder. Im Außendienst kam er glaubwürdig bei den Kunden an und erzielte gute Erfolge. Da ihm das auf Dauer nicht reichte, entschied er sich, Betriebswirtschaft zu studieren. Heute ist der 45-Jährige der Geschäftsführer eines von ihm mitgegründeten erfolgreichen Unternehmens.

Frank führt ein buntes Leben, bei dem neben der Gesundheit das Private den Ausschlag über seinen Berufsweg gab. Er wurde umgeworfen und stand wieder auf, ihm wurden falsche Versprechungen gemacht, er ging. Warum er so erfolgreich wurde, begründet er anfangs mit seiner Fähigkeit, nicht aufzugeben und später, von sich aus auf Unternehmen und Branchen zuzugehen. Er entschied, wo er arbeiten wollte und mit wem. Er nahm seine Unterlagen in die Hand und führte Gespräche mit Unternehmen, die ihn interessierten.

Bunt wird normal

So oder so ähnlich wie Franks Lebenslauf sehen Berufsbiografien immer öfter aus. Befristete Arbeitsverhältnisse, Projektverträge, dazwischen Zeiten der Familie, der Qualifizierung oder der Arbeitslosigkeit – das ist die Zukunft.

Vierzig Jahre Betriebszugehörigkeit gehören der Vergangenheit an. Menschen, die in einem Unternehmen die Lehre gemacht haben und aus demselben Unternehmen als Rentner ausscheiden, trifft man immer seltener. Sie gehören einer Spezies an, die vom Aussterben bedroht ist.

Bunt ist normal und bunt ist auch schön. Die Arbeitswelt, die uns erwartet, ist ebenfalls bunt. Herausforderungen werden vielfältiger. Die Komplexität der Aufgaben, die Folgen von Digitalisierung, Globalisierung und ihrer Begleittrends Flexibilisierung und Individualisierung sorgen nicht nur für neues Verständnis von Arbeit, sondern auch für neue Berufsbiografien. Patchwork-Lebensläufe erobern den Arbeitsmarkt, weil die Verweildauern in Unternehmen kürzer, die Arbeitszeiten und -orte flexibler werden. Im erlernten Beruf dauerhaft zu arbeiten oder das abgeschlossene Studium als ausreichend für das gesamte Berufsleben zu betrachten, ist angesichts der rasanten Entwicklungen eher unwahrscheinlich. Ob die Buntheit jedoch das Aus bedeutet oder ein selbst bestimmtes Leben einläutet, hängt von jedem selbst ab.

Patchwork oder Flickenteppich

Die Entscheidung liegt dabei darin, sich von Sturm hin und her wehen zu lassen oder gezielt Anker zu setzen und so den Veränderungen standzuhalten und sich sogar mit ihnen zu entwickeln. Der Erstere ist der Flickenteppich. Das bedeutet, sich nach beendeten Arbeitsverhältnissen teils ungefiltert weiterzubewerben, Hauptsache es gibt einen Anschlussjob. Das kann in Ordnung sein, kann für eine gewisse Zeit auch positiv verlaufen oder es geht Ihnen so wie Margit. Margit arbeitete zehn Jahre als Vertrieblerin sehr erfolgreich in einem mittelständischen Familienbetrieb. Als der Patriarch den Betrieb aus Altergründen aufgab, hieß es für sie bewerben, was das Zeug hält. Margit war 35 Jahre alt und so dauerte es nicht lange, bis sie einen Anschlussjob bekam. Nach etwa einem Jahr in der neuen Firma wechselte die Führungsmannschaft und Margit kam mit dem neuen Chef nicht klar. Sie kündigte und wieder vergingen nur wenige Wochen bis zum neuen Job. Bereits in der Probezeit zeigte sich jedoch, dass die Versprechungen aus dem Bewerbungsgespräch nicht eingehalten wurden, dass die Kultur der Zusammenarbeit von allem geprägt war, nur nicht von gegenseitigem Respekt und sie verließ das Unternehmen. Vertriebler werden immer gesucht, so hatte sie keine Bange. Im nächsten Job überstand Margit aufgrund von Differenzen mit dem Chef die Probezeit nicht. Nach nun drei recht kurzen Arbeitsverhältnissen wurde es eng auf dem Arbeitsmarkt. Sie bekam zwar noch Einladungen zu Vorstellungsgesprächen, schied aber nach dem ersten Gespräch meist aus. Zu viele Baustellen, hieß es.

Im Patchwork-Gespräch der Karriereberatung ging sie ihren Wünschen auf den Grund und konzipierte ein Muster, das ihren Weg in neuem Licht zeigte. Sie konzentrierte sich auf ihre positiven Erfahrungen und legte die Rahmenbedingungen fest, unter denen sie zukünftig arbeiten wollte. Wenn Margit jetzt zu Gesprächen eingeladen wird, versucht sie die ihr wichtigen Fragen zu klären. Sie fragt zum Beispiel: „Was für eine Persönlichkeit haben Sie sich denn für diese Stelle vorgestellt?“ oder auch „Was zeichnet ihre besten Mitarbeiter aus? Oder auch „Warum arbeiten Sie für dieses Unternehmen?“. Zugegeben ungewöhnliche Fragen, die Personalentscheider auch ins Grübeln bringen. Doch ein Bewerbungsgespräch ist ein beiderseitiges Kennenlernen und Bewerben. Beide Seiten wollen im Idealfall ausloten, ob sie zusammenpassen und gemeinsam gute Ergebnisse erzielen können. Also trauen Sie sich und fragen, was Sie wirklich wissen wollen.

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