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Vegane Löwen

Stefan Fourier

07.12.2017 ·  Gerade in Verbindung mit der Wirtschaft wird gerne die Moral bemüht, um seinem Anliegen Schlagkraft zu verleihen. Sie kommt im Gewand ethischer Kategorien wie Verantwortung, dem sozialen Frieden und anderen durchaus gutgemeinten, wohlklingenden Verlautbarungen.

Stefan Fourier

Dr. Stefan Fourier ist Unternehmer, Autor, Business Consultant und Mentor. Er entwickelte praxistaugliche Modelle zum Umgang mit Komplexität, die Organisationen und Menschen erfolgreich und das (Arbeits-)Leben entspannter machen. Die Wirkung seiner Modelle beruht auf solidem Wissen und persönlichen Erfahrungen aus vielen Lebensbereichen. In seinen Büchern pflegt Stefan Fourier einen lockeren Erzählstil, der seine Souveränität bei Problemlösungen unterstreicht.  » http://www.fourier.de

Im Zusammenhang mit Wirtschaftsunternehmen wird oft die Moral bemüht. Aktuell ist das im Zusammenhang mit Siemens und den verkündeten Werksschließungen zu hören. Besonders Politiker und die sogenannten Wirtschaftsethiker übertreffen sich mit Appellen an den Siemensvorstand, Herrn Kaeser in Person. Da ist die Rede von Verantwortung für die Gesellschaft, für die Mitarbeiter, für den sozialen Frieden. Alles ethische Kategorien, die als moralische Forderungen adressiert werden.

Wenn man sich das einmal genauer betrachtet, ist das eine völlig sinnlose Diskussion. Ethik und Moral haben mit Wirtschaft unmittelbar wenig bis gar nichts zu tun. Das wird zwar oft gefordert, ist aber ungefähr dasselbe, als würde man an einen Löwen appellieren, doch bitteschön die Gazellen und Giraffen in Ruhe zu lassen und stattdessen vegan zu leben. Geht an dem Löwen glatt vorbei. Und so ist es auch bei diesen Werksschließungsdisputen. Der SPD-Schulz redet von moralischer Verantwortung und der Siemens-Kaeser von wirtschaftlicher Notwendigkeit. Und das war es dann.

Dabei gäbe es an die Adresse von Herrn Kaeser schon einiges zu sagen, was er verstehen wird. Das wäre nämlich die Unterscheidung zwischen unternehmerischer Klugheit und unternehmerischer Dummheit. Dumm ist es, das traditionell positive Image von Siemens aufs Spiel zu setzen, weil man mit den Werksschließungen den einfachsten Weg geht. Das Resultat ist in Teilen bereits ablesbar. So ist der Börsenkurs von Siemens um 8 % abgerutscht. Junge Leute werden sich genauer überlegen, ob sie tatsächlich bei Siemens anfangen wollen, wenn man da möglicherweise plötzlich auf der Straße steht. Das wird zwar jetzt nicht urplötzlich zu gravierenden Problemen bei Siemens führen, aber das Image des guten Arbeitsgebers bröckelt. Wenn sich so etwas häuft, dann ade Fachkräfte!

Es gehört wahrlich nicht viel Intelligenz dazu, besagte Werke zu schließen. Alternativlösungen, zum Beispiel der langfristige Aufbau neuer Geschäftsfelder für diese Standorte, erforderten deutlich mehr Intelligenz, unternehmerischen Weitblick und Phantasie. Sollte bei Siemens eigentlich vorhanden sein. Dies einzusetzen, wäre unternehmerische Klugheit.

Und so schlägt die Ethik quasi durch die Hintertür in die Welt der Wirtschaft hinein. Nicht über die Appelle von Politikern, sondern über die wirtschaftlichen Auswirkungen von Verstößen gegen moralische Ansprüche. Das funktioniert zwar eher indirekt und langfristig, dafür aber umso sicherer.

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