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Verantwortung bedeutet, über die eigene Idee hinaus zu denken

Bernd Kiesewetter

15.11.2018 ·  Eine gute Idee und ein geniales Produkt reichen heute bei Weitem nicht mehr aus. Gerade Unternehmen bekommen das zu spüren. Echten Nutzen stiften, reicht nicht mehr! Neben dem Produkt selbst gewinnen Aspekte wie soziale Standards und ökologische Fragen bei der Produktion mehr an Bedeutung. Zum eigentlichen Produkt kommt eine neue Dimension: Verantwortung.

Bernd Kiesewetter

Bernd Kiesewetter ist der Umsetzer. Er begeistert Menschen, endlich Verantwortung für sich zu übernehmen. Als Denker und Macher blickt er auf über mehr als dreißig Jahre Erfahrung zurück. Sein Fokus liegt auf absoluter Klarheit und die langfristigen Erfolge. Mit seiner eckigen und kantigen Art versetzt er seine Zuhörer und Teilnehmer in Bewegung. Kiesewetter ist ein Geheimtipp für alle, die ein selbstbestimmteres Leben führen wollen.  » http://www.berndkiesewetter.com

Wer Unternehmen führt oder gründet, am Markt bestehen oder gar Märkte und deren Spielregeln verändern will, muss sich auch mit Fragen der Verantwortung befassen. Es reicht nicht mehr, eine grandiose Idee zu haben oder eine ordentliche Dienstleistung zu erbringen. Sie muss auch echten Nutzen stiften – dem Käufer und der Gesellschaft. Die Anerkennung, die viele Unternehmen heute vielfach erfahren, fußt genau auf diesem Gedanken. Nur Produkte und Ideen werden als Innovationen gefeiert, die das Leben vieler Menschen besser machen und die einen besonders hohen Service-Level bieten. 08/15 reicht nicht mehr. Die schnelle Mark ist verpönt. Hypes und Flops ereilen die Unternehmen heute um ein Vielfaches schneller als noch vor wenigen Jahren. Jedes Fehlverhalten wird in der Szene oder kollektiv öffentlich abgestraft. Wer heute erfolgreich ist, der muss besonders „gut“ sein – bei dem, was wer tut und bei dem, wie er es tut. Zum nutzenstiftenden Produkt kommt die Haltung des Teams, der Charakter des Unternehmens, die Story dahinter. Hält diese, was sie verspricht und erreicht sie die Käufer, folgt wahrscheinlich sehr schnell ein Hype, den es dann zu verteidigen gilt. Hält die Story nicht, was sie verspricht, gibt es Widersprüche oder stehen ihr gesellschaftliche Meinungstrends entgegen, gibt es kaum mehr eine zweite Chance.

Der kategorische Imperativ hat heute viele Überwacher

Der Grundsatz, nach dem man jederzeit so handeln solle, dass das eigene Verhalten auch als allgemeines Gesetz Gültigkeit erlangen könne, so wie ihn Kant beschreibt, kann heute nahezu lückenlos überwacht werden. Plattformen und Bewertungsportale, kritische Blogger und Influencer in den sozialen Netzwerken sorgen für eine massive Transparenz – und fordern Verantwortung, die sie zugleich kritisch überprüfen. Jeder Kunde kann sich als Aktivist entpuppen. Der klaglose Konsument stirbt langsam aus.

Das ist die Basis, auf der sich moderne Verantwortung heute beweisen muss. Unternehmen aller Art müssen sich ihr stellen und Verantwortung übernehmen, wenn sie überleben wollen.
Verantwortung heißt nicht, auf Gewinne zu verzichten
Gewinnmaximierung und der Wunsch nach schnellem Wachstum sind kein Widerspruch zu Verantwortung. Verantwortung bedeutet nicht, sich zu bescheiden oder Verzicht zu üben. Aber sie bedeutet, das große Ganze zu sehen, die Konsequenzen des eigenen Handelns soweit es geht zu betrachten und zu analysieren – für einen selbst, den Betrieb, die Stakeholder und die Gesellschaft. Gesunde Finanzen sind die Basis für jeden nachgelagerten Erfolg. Ein Unternehmen muss Geld verdienen, viel sogar, wenn es verantwortlich handeln möchte.

Die Verantwortung für die eigenen Finanzen zu übernehmen bedeutet, mehr als nur den kurzfristigen Gewinn zu sehen. Die meisten „Quick Wins“ haben später einen faden Beigeschmack. Viel zu oft werden dem kurzfristigen Ertrag Prinzipien geopfert und Vertrauen verspielt, das später nicht wiederhergestellt werden kann. Verantwortung zu übernehmen, bedeutet langfristig zu denken und Interessen abzuwägen. Und es bedeutet, prinzipientreu zu bleiben. Kein Geld kann es Wert sein, sich selbst und seine Grundsätze dafür zu verraten.

Mal ist extreme Sparsamkeit angesagt und ein intensiver Blick auf die Kostenseite. Andererseits muss mit Augenmaß und Vernunft investiert werden. Ein Unternehmen kaputt zu sparen ist genauso verantwortungslos wie über die eigenen Verhältnisse zu leben. Verantwortung ist die individuelle Mischung auf Basis der eigenen Prinzipien aus absolutem Nein und unumstößlichen Ja. Die Klarheit ist wichtig – insbesondere beim Thema Geld.

Wer seine Kunden nicht bindet, verliert sie an jemand anderen

Wichtig ist, ein zukunftsfestes Geschäftsmodell zu entwickeln, das einerseits Kunden massiv bindet, auch moralisch, und andererseits so aufgestellt ist, auch digital, dass es auch für potenzielle Nachfolger und künftige Kundengenerationen attraktiv bleibt. Das dürfte digitalen Startups leichter fallen als anderen. Verantwortungslos handelt, wer sich dem Wandel verweigert. Davor sind dann auch die jungen Gründer nicht gefeit. Das Bessere ist immer schneller des Guten Feind. Dies gilt genauso für die ständige Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern und sogar der Kunden. Wissen zu teilen macht langfristig erfolgreich, lässt auch andere am eigenen Wachstum teilhaben. Das Ziel: Mitarbeiter und Kunden zu Fans machen, sie zum Teil der eigenen Community werden lassen, die nicht nur die Produkte und Leistungen empfehlen, sondern auch die Unternehmensstory weitertragen, vielleicht sogar zur eigenen Maxime erheben. Geschieht das, ist der Weg der Marke frei.

Selbstverständlich bleibt die Eigenverantwortung jedes Teils eines Unternehmens an erster Stelle. Die Unternehmer selbst haben nun einmal die Gesamtverantwortung für ihren Betrieb und dürfen sich dem auch in keinster Weise mehr entziehen. Zu schnell erfolgt heute, im digitalen Zeitalter, die Quittung. Doch zusätzlich muss jede einzelne Zelle des Betriebs ebenfalls nicht nur die Pflicht, sondern auch die Chance zur Verantwortlichkeit bekommen. Dies gilt für das Management, die Buchhaltung, die Personalabteilung genauso wie für den Vertrieb, ein jeder hat die Verantwortung für seinen Bereich und ebenfalls für die gesamte Firma zu tragen. Der Begriff Verantwortung ist unter anderem deshalb vielfach negativ behaftet, weil er in der Vergangenheit nur die Pflicht betonte, nicht aber das Recht. Ein Mitarbeiter muss heute ernster genommen werden als je zuvor, denn seine Ideen und Anregungen sind bei den Anforderungen der immer höheren Geschwindigkeit unverzichtbar. Zudem sind es die Arbeitskräfte, an denen es derzeit mangelt und so muss das Unternehmen nicht nur mit Gehältern und Sozialleistungen glänzen, sondern für den „Wohlfühlfaktor“ im Betrieb sorgen. Immer mehr Menschen streben nach einem ausgeglichenen Leben, das Erreichen von Status- und ehemaligen Freiheitssymbolen wie dem Automobil wird immer nebensächlicher und so haben moderne Unternehmenssysteme die Bereiche Arbeit, Gesundheit, Familie und Freizeit längst vereint. Sport- und Gesunderhaltungsangebote gehören mittlerweile genauso dazu wie die gesunde Verpflegung, eigene Kindergärten bis hin zu freitäglichen Szessions zur Einleitung der Wochenend-Partys.

In Summe bedeutet Verantwortung immer, auch das Wohl anderer im Blick zu haben. Dazu gehört heute nicht mehr nur das Führungsteam, sondern jeder einzelne Mitarbeiter. Es gehört zur neuen Lebenskultur, die Putzfrau nicht zu übersehen. Aber darüber hinaus geht es heute auch um den Kunden und sogar um den Nichtkunden, der Gesellschaft als Ganzes. Jeder Kunde muss heute ernst genommen werden, denn jedes Kind weiß mittlerweile um die Tatsache, dass ein Neukunde der teuerste Kunde ist. Zudem sind die Unzufriedenen in Zeiten von SocialMedia sehr ernstzunehmende, unangenehme Verbreiter eines schlechten Rufs.

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