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Warum agil nicht gleich kreativ ist

Nils Bäumer

21.06.2018 ·  Die Einführung agiler Arbeitsmethoden, welche immer diese auch sein sollten, hat ohne die passenden Werte in einem Unternehmen oder einem Team keinen Wert. Agilität lässt sich nicht verordnen, ebenso wenig wie Kreativität. Es braucht das passende Mindset in den Köpfen der Nutzer. Doch wie gelingt das?

Nils Bäumer

Nils Bäumer ist die Ideenhebamme. Mit seinen Vorträgen und Workshops inspiriert er und weckt das kreative Potenzial seiner Teilnehmer. Er ist begeisterter Blogger und Podcaster und verfolgt dabei nur ein Ziel: Die Begeisterung für Kreativität auch in anderen zu zünden. » http://www.nils-baeumer.de

Solche Methoden können nur greifen, wenn gleichzeitig an den passenden Werten gearbeitet wird. Die Methoden müssen zu den Menschen und ihren Persönlichkeiten passen. Nur mit den passenden agilen Werten, einer agilen Haltung, die idealerweise nicht nur auf großen Charts vermittelt wird, sondern wirklich in den Menschen verinnerlicht ist, werden Unternehmen langfristig auch agil erfolgreich sein.

Ich zucke etwas zusammen, wenn Methoden wie Scrum und Design Thinking unter dem einen Dach der agilen Methoden zusammengefasst werden, da sie für mein Befinden in der Wirkung so verschieden sind. In einem gleichen sie sich dennoch und vielleicht ist dies das Bindeglied aller sogenannter agiler Methoden.

Agilität im Kontext der Arbeitswelt stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Sowohl der Auftraggeber beziehungsweise der Kunde als auch der Mitarbeiter rücken in den Vordergrund, rücken ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Und damit die notwendigen Werte, die sich nicht durch Produkte und Dienstleistungen definieren, sondern durch den Umgang mit Menschen, unseren Umgang miteinander.

Im Scrum Guide 2016,  lauten die Werte Selbstverpflichtung, Mut, Fokus, Offenheit und Respekt. Auch wenn Ihnen hier noch der eine oder andere Wert fehlt oder Sie nicht alle uneingeschränkt unterschreiben würden, so finden sich in den Hochglanzprospekten und auf den Webseiten von Unternehmen doch immer wieder ähnliche Werte. Solange wir den Menschen in den Mittelpunkt stellen, werden auch unsere Werte sich auf den Menschen fokussieren. Ob und wie diese Werte auch gelebt werden, ist natürlich eine ganz andere Frage.

Ein Wert ist dabei eine Voraussetzung für alle anderen. Für mich ist er das Fundament, auf dem alles aufbaut. An erster Stelle steht Vertrauen.

Vertrauen in uns selbst, in die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Vertrauen in andere, in Kollegen und Vorgesetzte. Vertrauen in das Unternehmen, in die Führungsinstanzen, die es leiten und steuern. Dabei steht und fällt auch hier alles mit der Kommunikation mit Menschen.

Wenn wir die ideale Arbeit suchen, dann suchen wir nach Unternehmen, nach Image und Ausstrahlung von Marken. Wenn wir unser Wunschunternehmen gefunden haben, aber dennoch nach einiger Zeit unzufrieden werden und kündigen, dann kündigen wir Menschen.

Wir gehen zu Unternehmen, aber wir kündigen weg von Menschen. Menschen sind es, die uns in einem Unternehmen fördern, fordern oder überfordern. In der Kommunikation mit Menschen fassen wir Vertrauen und können unser Potenzial entfalten. Nicht in der Umgebung von Wandtafeln mit Visionen und Missionen.

Ohne dass ich solchen Bildern und Plakaten ihren Wert absprechen will, hat ein Unternehmen immer nur eine Kultur. Die Kultur, die in der täglichen Arbeit er- und gelebt wird. Es ist die Kultur auf dem Flur und nicht die, die beim letzen Führungskräfteworkshop bestimmt wurde.

Ich halte solche Workshops durchaus für wichtig, um entsprechende Veränderungsimpulse überhaupt anstoßen zu können und ein gemeinsames Verständnis für Kultur zu erarbeiten. Sonst könnte ich sie auch nicht selbst anbieten. Aber eine Kultur braucht nicht beschrieben zu werden, um da zu sein. Sie ist schon da. Es ist die Art, wie die Menschen miteinander umgehen. Wie Vorgesetzte ihre Mitarbeiter behandeln, wie Mitarbeiter miteinander und übereinander reden.

Eine Gemeinschaft hat immer eine Kultur und diese setzt sich aus der Kultur der einzelnen Mitglieder zusammen. Ob im Unternehmen oder in unserer Gesellschaft, jeder Einzelne ist ein Teil der Kultur und jeder Einzelne hat eine Mitverantwortung für diese Kultur.

Vielleicht wenden Sie jetzt ein, dass es schwer möglich ist, eine Kultur in Richtung Vertrauen und Agilität zu verändern zu wollen, wenn ich weiter mit den alten und gewohnten Methoden arbeite. Oftmals wollen Unternehmen ja gerade eine Vertrauensbasis durch den Einsatz agiler Methoden schaffen. Da gebe ich Ihnen Recht und dieses Dilemma ist aus meiner Sicht nur zu lösen, wenn wir es uns bewusst machen und immer an beiden Fronten arbeiten.

Wir benötigen eine Kultur mit hoher Vertrauensbasis für die Gestaltung agiler und selbstbestimmter Arbeit. Und durch selbstbestimmte Arbeit und agile Methoden können wir eine Vertrauenskultur schaffen. Möglicherweise benötigen wir zum Start die Bereitschaft, uns zu vertrauen, auch wenn die Basis dazu noch gar nicht komplett geschaffen ist beziehungsweise gelebt wird.

Erst wenn in einem Unternehmen die passende Haltung, die passende Kultur für Agilität besteht, können Rahmenwerke wie Scrum erfolgreich eingeführt werden. Wenn die passende Kultur besteht, kommt es glücklicherweise auch nicht mehr darauf an, welche Methode oder welches Rahmenwerk Sie einsetzen. Sie können sich dann in Ruhe das aussuchen, was am besten zu Ihnen passt.

Kreativität ist menschlich

Eventuell denken Sie im Folgenden, dass ich recht kleinlich definiere und einiges sehr auf die bekannte Goldwaage lege. Da die Suche nach Kreativität und Innovation aber von Wirtschaft und Gesellschaft zu einem der Hauptziele unserer Entwicklung ernannt wurde, müssen wir versuchen, beides besser zu verstehen. Dafür benötigen wir klarere Begriffe und eine genauere sprachliche Nutzung im Alltag. Sie können mich gerne als Sprachfetischisten bezeichnen, doch meine Erfahrung ist, dass uns der bewusste Umgang mit Sprache hilft, die eigene Umwelt besser wahrzunehmen, und zu einer höheren Klarheit im Denken führt. Sprache formt unser Denken.

Etwas zu verstehen, heißt, es zu erkennen, es richtig begreifen zu können. Wenn wir das Wesen der Zeit begreifen wollen, bringt es uns wenig, eine Uhr auseinanderzubauen. Es gilt, hinter das Wesen der Zeit zu schauen und die Einflussfaktoren möglichst genau zu beschreiben.

In den Wortschatz unseres Alltags halten immer mehr kreative Begriffe Einzug. Vor Kurzem wurde mir eine der kreativsten Möglichkeiten zum Ausdruck meiner Innovationskraft angeboten. Der Werbung zufolge ein geniales Jahrhundertprodukt. Es ging um ein Set mit Strickzeug. Nichts gegen Stricken, aber was ist daran kreativ?

Wenn Sie nun innerlich aufschreien und meinen, dass Stricken doch sehr kreativ sein kann, dann haben Sie recht. Genau hier liegt die für unser Verständnis wichtige Unterscheidung. Der Mensch kann kreativ sein. Wenn der Mensch strickt, kann das kreativ sein. Das Strickzeug selbst ist es nicht. Dinge sind nicht kreativ. Eventuell sind es die Dinge, die wir mit ihnen machen.

Kreativität ist eine Eigenschaft, die dem Menschen und den Tieren, der Natur an sich, eigen ist. Es gibt aber keine kreativen Tagungen, kein kreatives Gebäude und kein kreatives Unternehmen. Es sind immer Menschen, die bei diesen Tagungen oder in den Unternehmen kreative Leistungen bringen, kreativ sind. Ich weiß, Goldwaage.

Wie kreativ ist dann ein iPhone? Wie beschrieben: Gar nicht. Es zeigt die Kreativität seiner Erfinder und wenn der Markt es wie beim Produkt iPhone anerkennt, dann ist es innovativ.

Produkte, Erfindungen, Dinge können innovativ sein, wenn sie etwas Neues und Außergewöhnliches bieten, das in dieser Art so noch nicht vorhanden war. Sie sind innovativ, wenn die notwendigen Infrastrukturen zur Nutzung vorhanden sind und der Markt sie durch den Kauf bestätigt. Daher kann ein Hersteller gar nicht verkünden, dass sein Produkt innovativ ist, bevor es auf den Markt kommt. Die Bestätigung dazu kann und wird erst der Markt geben. Vorher kann ein Unternehmen nur hoffen und verständlicherweise hoffend damit werben.

Dementsprechend gibt es auch keine innovativen Menschen. Was ist an diesen denn neu? Haben sie eine dritte Hand oder eine zweite Nase? Wachsen ihnen Brüste auf dem Rücken? Das würde sicherlich die komplette Tanzwelt disruptiv revolutionieren.

Sie verstehen den Gedankengang? Eine Innovation zeichnet sich immer durch eine Neuerung an der Sache aus. Ein innovativer Mensch müsste daher etwas haben, was alle anderen nicht haben, und sich durch neue Fähigkeiten auszeichnen, die durch die Innovation möglich werden.

Sportler mit künstlichen Sprungbeinen könnten wir also eingeschränkt als innovativ bezeichnen, wobei auch hier im Kern die künstlichen Beine innovativ sind und nicht der Mensch. Der Mensch ist es, der Materialien und Technik in einen Zusammenhang bringt und derart kreative Lösungen findet, dass bei modernen Hightechprothesen heute schon von Körperdoping gesprochen wird.

Für eine zielgerichtete Diskussion über Kreativität und Innovationskraft von Unternehmen brauchen wir eine besser übereinstimmende Definition. Um das Wesen der Kreativität zu verstehen, benötigen wir ab und zu die Goldwaage, die uns vor Worthülsen und leeren Werbebotschaften schützt.

Auch murcS ist keine kreative Methode. Es ist einzig und allein eine Methode, um Ihre Kreativität, die Kreativität Ihrer Kollegen, Mitarbeiter oder Teilnehmer zu bündeln und zu fokussieren. Es ist ein Weg, das kreative Denken in den Köpfen zu organisieren und zueinanderzubringen. Es bietet die Möglichkeit, einen agilen Arbeitsrahmen um Ihre Kreativität herum aufzubauen und dadurch außergewöhnliche Ideen zu fördern, die später eventuell zu Innovationen werden. Wie erfolgreich die Innovationen sein werden, das wird uns erst später der Markt sagen.

Und auch murcS können Sie einer Organisation nicht einfach überstülpen. Zuvor benötigen Sie dort die richtigen Werte, um Kreativität und Veränderungen überhaupt Raum zu geben. Vertrauen, Mut, Veränderungsbereitschaft, Humor, Fehlerakzeptanz und vieles mehr.

Warum agil nicht gleich kreativ ist

In den meisten Unterlagen zu agilen Arbeitsmethoden werden diese automatisch auch als kreativ bezeichnet. Während ich dies für Design Thinking durchaus bestätigen kann, so erlebte ich Scrum in Projekten auch ganz anders.

Ich möchte Scrum nicht per se vorwerfen, dass es die Kreativität der Nutzer einschränkt, denn ganz sicher gibt es Teams, die sehr kreativ mit Scrum arbeiten.

Mir persönlich erging es aber so, dass ich bei Scrum Teams sehr wenige Momente mit einem kreativen Flow erlebte. Und auch viele meiner Gesprächspartner waren sich darüber einig, dass Scrum Kreativität nicht gerade fördert, selbst wenn es im Leitfaden so definiert wird:

Definition von Scrum

Scrum (n): Ein Rahmenwerk, innerhalb dessen Menschen komplexe adaptive Aufgabenstellungen angehen können und durch das sie in die Lage versetzt werden, produktiv und kreativ Produkte mit höchstmöglichem Wert auszuliefern. (Der Scrum Guide, Juli 2016, Seite 3)

Scrum beschleunigt die Arbeitsprozesse und den Ergebnisoutput, wodurch Wartezeiten auf Zuarbeiten oder Entscheidungen verkürzt werden oder ganz wegfallen. Durch diese Wartezeiten bleibt aber auch Zeit, einmal über andere Dinge nachzudenken und neue, außergewöhnliche Ideen zu entwickeln. Ohne Pausen und sogenannte Inkubationsphasen arbeiten wir extrem effizient und meistens unkreativ. Schlicht, weil uns kein Freiraum bleibt, um Gedanken schweifen zu lassen oder uns einmal wieder bewusst zu langweilen.

Für kreatives Denken benötigen wir aber genau diese Freiräume und Auszeiten, in denen unsere Gedanken abschweifen können – Zeiten, in denen wir unsere Gedanken auf Wanderschaft schicken und nicht an aktuellen Aufgaben arbeiten.

Nicht nur mit Scrum werden diese Freiräume, unsere Denkpausen, so gut wie eliminiert. Durch die ständige Reizüberflutung, die die moderne Welt mit Mobiltelefonen, ständiger Erreichbarkeit und sozialen Medien mit sich bringt, haben wir verlernt, uns zu langweilen.

Die Zeitschrift Spektrum berichtete 2014 über die Ergebnisse einer Studie von Forschern um Timothy Wilson von der University of Virgina. Diese deuten darauf hin, dass wir uns lieber einen Stromstoß verpassen, als einfach nichts zu tun. In einem Versuchsaufbau, bei dem sich die Probanden entscheiden konnten, in einem schmucklosen, weißen Raum auf einem Stuhl den eigenen Gedanken nachzugehen oder sich einen unangenehmen Stromstoß zu verabreichen, entschieden sich zwei Drittel aller männlichen Probanden nach einer Zeitspanne für den Strom. Und immerhin auch noch ein Viertel aller weiblichen Probanden.

Dabei ist ein gewisser Ruhemodus für unsere Kreativität extrem wichtig. Wir benötigen den gedanklichen Leerlauf, um aus den Gedanken des Alltags ausbrechen zu können, um unsere Routinen zu verlassen. Solange wir in diesen Routinen bleiben und denken, sind wir eventuell extrem effektiv, aber nicht kreativ.

Scrum ist auf seine besondere Art effektiv. Prozesse sind so gut aufeinander eingespielt, dass ein Sprint auf den anderen folgt, ohne noch Raum für wirklich anderes, Außergewöhnliches zu lassen. Denn neue Dinge benötigen Zeit und erzeugen zum Start oftmals Widerstand. Wofür in gut geölten Scrum Teams kein Raum bleibt.

Persönlich angewandt habe ich Scrum zum ersten Mal in einem Kurzworkshop, in dem unser Team mit Lego eine Stadt bauen sollte. Ein gängiger Kompaktworkshop, der von verschiedenen Agenturen angeboten wird. Ideal geeignet, um Scrum im ersten Schritt kennenzulernen, und sicherlich besser, als einfach nur ein Buch zu lesen. In kurzer und effektiver Zeit lernten wir die verschiedenen Rollen, Artefakte und Rituale kennen und simulierten den Bau einer Stadt.

Der Workshop hat mich fasziniert und war rückwirkend ein Auslöser dafür, dieses Buch zu schreiben, da ich von den Prozessen und der effektiven Arbeitsweise beeindruckt war. Die Struktur und der Rahmen, die vorgegeben wurden, führten zu einem regen Wechsel zwischen Einzel- und Gruppenarbeiten und vor allem zu sehr fokussiertem Arbeiten in den Besprechungen, den Daily Scrums.

Natürlich bauten wir auch unsere Stadt. Entsprechend den Vorgaben des Product Owners und im Rahmen der Vorgaben unseres Product Backlogs.

Zum Ende des Workshops empfand ich die Arbeit als extrem anstrengend und fühlte mich kopfmäßig leer und ausgepumpt. Zufrieden mit mir und meinem Team, konnte ich mir sehr gut vorstellen, warum Scrum Teams dazu bring, schnell und effektiv zusammenzuarbeiten und immer zu versuchen, das Sprint Ziel zu erreichen. Es hat eine Sogwirkung und wenn es bei einem Sprint eng wird, dann sprintet man umso schneller.

Kurz vor dem Ende des Workshops schaute ich noch einmal mit etwas Abstand auf unsere Stadt und bemerkte etwas, das mir in der Arbeitsphase entgangen war. Nach meinem Empfinden war sie extrem langweilig. Brücken waren Brücken, Straßen gerade und auch bei den zu bauenden Autos stand die Effizienz im Vordergrund.

Dabei hatte ich mir zum Start der Aufgabe schon ausgemalt, wie wir die Infrastruktur unserer Städte gleich revolutionieren werden. Doch dafür war im Prozess kein Platz. Wir hetzten von Daily Scrum zu Daily Scrum und in den kurzen Arbeitsphasen waren wir vollauf damit beschäftigt, unsere Sprint Ziele zu erreichen.

Natürlich war dies nur ein Kompaktworkshop. Mit meiner mangelnden Erfahrung kann ich nicht einfach behaupten, dass dies für alle Nutzer und Scrum im Allgemeinen zutrifft. Nachfragen bei mehreren Scrum Mastern deuten allerdings darauf hin, dass es durchaus öfters vorkommt.

Es geht in diesem Buch aber nicht darum, ob ich mit meiner Meinung richtigliege. Es geht darum, mit murcS, einer neuen Methode, die Vorteile von Scrum zu nehmen und für einen kreativen Prozess umzumodeln. Denn die Faszination für Scrum und die dortigen Rollenverteilungen blieb mir erhalten und viele Vorteile von Scrum wollte ich gerne auf meine eigene Arbeit übertragen. Wie, das lesen Sie in diesem Buch.

Agil ist nicht gleich kreativ. Bitte hinterfragen Sie Aussagen, wenn Ihnen agile Methoden automatisch auch als kreativ verkauft werden. Sicher ähnelt sich das Mindset für beides in vielen Dingen, aber Kreativität ist keine Voraussetzung für Agilität.

Andersherum ist gedankliche Agilität durchaus eine Voraussetzung für Kreativität. Kreativität bedeutet, Dinge neu zu kombinieren und alte Weg zu verlassen – gedanklich agil zu bleiben als Gegenpart zur Routine. Wenn Lösungskompetenz das Mittel der Zukunft ist, um neuen Herausforderungen unserer Welt zu begegnen, dann ist Veränderungsresistenz ihr Feind und unser größtes Hindernis.

 

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