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Werden Sie bloß kein Unternehmer!

Stephane Etrillard

16.03.2017 ·  Selbstständigkeit ist die reinste Selbstausbeutung: Sie geht zulasten der Familie, der Freunde und der eigenen Gesundheit. Die vermeintlichen Freiheiten sind in Wirklichkeit nur neue Abhängigkeiten und große Risiken. Wer krank wird oder alt, hat eh keine Chance mehr. Und das Einkommen ist unkalkulierbar, unsicher und auf jeden Fall viel zu gering.

Stephane Etrillard

Stéphane Etrillard zählt zu den meistgefragten Wirtschaftstrainern und Business-Coaches. Als Experte für persönliche Souveränität und Unternehmersouveränität ist er Autor von über 40 Büchern. Sein einzigartiges Know-how ist in den letzten 20 Jahren in der Begleitung von über 25.000 Unternehmern und Managern entstanden. Seine Unternehmercoachings wenden sich an Unternehmer, die erfolgreich werden und bleiben wollen und vor allem mit Leistungen am Markt auftreten wollen, die auch gekauft werden. » http://www.etrillard.com

Wer freiwillig Unternehmer wird, ist selbst schuld. Er verlässt den sicheren Hafen einer festen Anstellung, verzichtet auf bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bekommt nur das bezahlt, was er tatsächlich leistet. Er muss alles allein entscheiden und Fehler immer selbst ausbügeln. Alles, was im Unternehmen getan werden muss, liegt letztlich in seiner Hand. Und er trägt das volle Risiko.

Kein Geld

Außerdem ist das Geld immer knapp. Und wenn der Laden nicht richtig läuft, dann muss der Unternehmer extra Schichten einlegen und trotzdem bleibt das Konto oft leer, weil Aufträge schlecht bezahlt werden oder weil es zu wenige Aufträge gibt und die laufenden Kosten die letzten Reserven auffressen. Aus Angst, auch noch die schlechten Aufträge zu verlieren, verkauft der Unternehmer sich und seine Arbeit dann unter Wert und vergisst irgendwann sogar ganz, welchen Wert seine Leistungen in Wirklichkeit haben. Das heißt, beim nächsten Kunden ist alles von vornherein billiger und von einer profitablen Arbeitsweise kann nicht die Rede sein.

Im Zweifelsfall oder aus reiner Not werden auch gleich die eigenen Dienstleister und Lieferanten im Preis gedrückt, sodass in der gesamten Branche der Preiskampf ausbricht und niemand mehr auf einen grünen Zweig kommt. Kein Wunder, dass deutlich mehr als die Hälfte aller Geschäftsaufgaben aus finanziellen Gründen passieren.

Keine Freizeit

Bei denen, die nicht so schnell aufgeben, nimmt dann die Selbstausbeutung ihren Lauf, damit das Geld einigermaßen zum Überleben reicht und das Geschäft irgendwie fortbesteht. Zeit für sich selbst und für die Lieben? Fehlanzeige. Selbstständig = selbst und ständig. Rund um die Uhr erreichbar ist der Unternehmer sowieso. Und Laptop und Smartphone kommen für den Notfall auch überall mit hin. Das ist Standard und wird von den Kunden erwartet. Was Familie und Freunde darüber denken, steht an zweiter Stelle.

Keine Ausreden

Und das Schlimmste daran: Die Verantwortung für all das trägt der Unternehmer ganz allein; es gibt niemanden, dem er die Schuld dafür in die Schuhe schieben könnte. Keine Ausreden. Es liegt bei ihm selbst, etwas zu ändern oder alles so weiterlaufen zu lassen, wie es ist. Und es reicht auch nicht, genau zu wissen und immer wieder darüber zu reden, was alles getan oder verändert werden müsste. Solange nichts passiert, nichts in die Tat umgesetzt wird, bleibt alles beim Alten. Unternehmer müssen sich also auch noch selbst in den Hintern treten, damit sich etwas bewegt. Es ist furchtbar. Und wer einigermaßen bei Verstand ist, lässt das mit der Selbstständigkeit lieber sein.

Wenn Sie jetzt trotzdem noch Unternehmer sein oder werden wollen, dann sind Sie entweder verrückt oder ein Unternehmer mit Leib und Seele, der auch die andere Seite der Selbstständigkeit kennt. Oder Sie sind direkt beides. – So oder so: Willkommen im Klub!

 

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