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Wie viel Mobilität braucht der Mensch?

13.06.2005 ·  SMS und WAP kennen Sie schon, UMTS und seine Nutzungsmöglichkeiten erwarten Sie mit Spannung. Auch Video-on-Demand ist Ihnen vermutlich ein Begriff und Pay-TV ist spätestens seit der Kirch-Pleite sowieso in aller Munde. Aber damit ist das Service-Angebot der Mobile Commerce-Unternehmen noch lange nicht erschöpft. Täglich kommen neue Geräte auf den Markt, werden neue Technologien entwickelt, die es uns ermöglichen sollen, immer und überall Informationen abzufragen, Daten zu verschicken, Geschäfte zu tätigen und natürlich zu kaufen, zu kaufen, zu kaufen!

SMS und WAP kennen Sie schon, UMTS und seine Nutzungsmöglichkeiten erwarten Sie mit Spannung. Auch Video-on-Demand ist Ihnen vermutlich ein Begriff und Pay-TV ist spätestens seit der Kirch-Pleite sowieso in aller Munde. Aber damit ist das Service-Angebot der Mobile Commerce-Unternehmen noch lange nicht erschöpft. Täglich kommen neue Geräte auf den Markt, werden neue Technologien entwickelt, die es uns ermöglichen sollen, immer und überall Informationen abzufragen, Daten zu verschicken, Geschäfte zu tätigen und natürlich zu kaufen, zu kaufen, zu kaufen!

Die Abfrage der neuesten Börseninfos auf dem Weg zur Arbeit, Pizza bestellen per Fernseher, der PC als Shopping-Center und natürlich das Telefonieren in jeder möglichen und unmöglichen Lebenslage gehören mittlerweile für viele Menschen zum allgemeinen Lebensstandard.

Wo früher die Zeitung zur Hand genommen wurde, wird heute das aktuellere Internet bemüht - ohne ISDN und Flatrate ist man ja praktisch schon gar nicht mehr lebensfähig. Oder können Sie sich noch vorstellen, wie Sie vor eMail und Handy kommuniziert haben? Vermutlich mit der Buschtrommel… Findet man doch noch einen Mitmenschen, der nicht in Besitz eines „mobilen Kommunikationsgerätes“ ist, stammt er vermutlich aus einem fernen Land oder hat das hundertste Lebensjahr überschritten.

Aber, Scherz beiseite – dieser Artikel möchte die neuesten Angebote und Technologien zum Thema Mobile Media und Mobile Commerce einmal genauer unter die Lupe nehmen und sich dabei auch kritisch mit der Frage auseinander setzen, wie viel Mobilität und Technik der moderne Mensch wirklich braucht.

Was ist i-mode?

i-Mode ermöglicht Ihnen, kurz gesagt, dass Internet-Surfen mit einem Handy. Ausgestatte mit einem web-basierten Browser, ermöglicht ein i-mode-fähiges Handy das Versenden von eMails, die Abfrage von Nachrichten und Services sowie das Surfen auf i-mode-fähigen Websites. i-mode bietet Ihnen außerdem 16stimmige Melodien im Supersound und die Option, Bildern, Fotos oder Logos über ein hochauflösendes Display in 256 Farben mit 120 x 60 Pixeln zu verschicken. Wetterbericht, Verkehrsnachrichten, Horoskope, interaktive Games, Reiseinformationen oder regionalisierte Angebote – den Anwendungsmöglichkeiten sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Hinzu kommt eine ganze Palette von möglichen eCommerce-Anwendungen, Dienstleitungsangeboten und Werbemöglichkeiten.

i-mode: UMTS im Kleinformat

Zur diesjährigen CeBit stellte E-Plus erstmals i-mode als „Testballon“ für UMTS vor. Damit ist E-Plus der erste deutsche Mobilfunkbetreiber, der den Einstieg in die multimediale Handy-Welt wagt. Die Akzeptanz von i-mode bei den Kunden wird mit großer Spannung erwartet, nicht zuletzt deshalb, weil die Betreiber sich daraus Rückschlüsse auf deren künftiges Verhalten bei der Einführung von UMTS erwarten. Welche Dienste werden besonders beliebt sein? Was sind die User bereit, für welches Angebot zu zahlen?

Der japanische Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo führte i-mode erstmals im Februar 1999 ein. 14 Monate später zählte die Firma bereits über 6 Millionen Abonnenten. Derzeit nutzen rund 32 Millionen Japaner i-mode.

i-mode-Portale

Die User, ausgerüstet mit einem i-mode-fähigen Endgerät, kurz Handy, dürsten natürlich nach Inhalten, nach Content. Doch wo kann dieser abgerufen werden? Richtig, über ein Portal. Zurzeit sind diese Portale allerdings noch nicht mit einer kritischen Masse an Nutzern ausgestattet, so dass die Frage, wie Produktentwicklung und Marketing aussehen sollten, noch nicht abschließend beantwortet werden kann. Eins steht jedenfalls fest: Die i-mode-Portale müssen sich nach Content-Anbietern umsehen, die genau diejenigen Informationen liefern, für die der Kunde auch wirklich bereit ist zu zahlen. Denn noch ist i-mode nicht ganz billig: „Bunt, schnell, informativ – aber teuer“, so fasst es Jürgen Mauerer von tecchannel.de zusammen. Durchsetzen wird diese neue Technik vermutlich nur dann, wenn es gelingt, den Kunden trotz höherer Kosten auch wirklich von der Nützlichkeit der angebotenen Dienstleistungen zu überzeugen.

Mobile Communication: Akzeptanz und Chancen

Neue Technologien generieren fast zwangsläufig auch neue Werbeformen. Auf dem Markt des Mobile Business via Handy könnte das Zauberwort mobile communication lauten, zu Deutsch: Werbung per SMS. Dienstleistungen, Informationsservices und Produktinformationen können abonniert und per Kurznachricht aufs Handy geschickt werden. Die billigsten Benzinpreise? Der nächste Kiosk? Die Wetternachrichten? Die aktuellen Aktienkurse? Katen für die Oper? Kein Problem, eine SMS genügt. Denkbar wäre auch ein integriertes Lotsensystem, dass den Benutzer auch gleich zur billigsten Tankstelle dirigiert oder eben zur nächsten Vorverkaufsstelle.

Zurzeit nutzen rund 27% der Handy-Besitzer bereits Informationsservices per SMS; potentiell interessiert an dieser Funktion sind rund 80% der Mobiltelefonierer. Dabei hat sich gezeigt, dass auch „Huckepack-Angebote“, also Informationsangebote, flankiert von Werbebotschaften, bei Handy-Kunden gut ankommen. Insgesamt scheint die Akzeptanz der Handy-Nutzer gegenüber Informations- und Werbebotschaften sehr hoch zu sein, so dass in Zukunft sicher eine Expansion von mobilen Dienstleistungen und Serviceangeboten in diesem Bereich zu erwarten ist.

Interaktives Fernsehen – das Ende des PCs?

Eine weitere Neuerung auf dem Markt der interaktiven Dienste wird in absehbarer Zeit die deutschen Wohnzimmer bevölkern – der interaktive Fernseher. Studien gehen nämlich davon aus, dass bis 2004 allein in Deutschland fast 30 Millionen Haushalte an breitbandige Kabelnetze angeschlossen sein werden. Damit ist ein gigantischer Markt für weitere interaktive Dienste im Entstehen begriffen. Zwar werden die wenigsten Leute mit dem Fernseher unterm Arm auf der Parkbank sitzen und shoppen - der Faktor Mobilität spielt hier keine so große Rolle wie bei i-mode-Anwendungen. Experten rechnen jedoch damit, dass der Fernseher schon bald den PC als Zugangsmedium zum Mobile Commerce ablösen wird.

Konkret könnte dies so aussehen: Während Sie fernsehen, können Sie per Fernbedienung das gewünschte Filmende auswählen. In der Werbepause bestellen Sie via TV schnell noch eine Pizza und fragen Ihre eMails ab. Und wenn Ihnen jetzt einfällt, dass Sie morgen Hochzeitstag haben, steht auch der Bestellung eines frischen Blumenstraußes per TV nichts im Wege. Und dafür müssen Sie nicht einmal die Couch verlassen!

Mit anderen Worten, der Fernseher ermöglicht in Zukunft nicht nur den Konsum per Teleshopping, sondern eine ganze Bandbreite interaktiver Nutzungsmöglichkeiten wie Pay TV, Sprach-Telefoniedienste, Telespielen und verschiedensten Einkaufs- und Kommunikationsmöglichkeiten.

Zugegeben, der Breitbandzugang für interaktive Anwendungen, z.B. per Kabelnetz, steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Es mangelt vor allem an der nötigen Konvergenz der einzelnen Anwendungen, Dienstleistungen und Endgeräten. Hier fehlt zurzeit noch ein allgemein gültiger Standard. Unklare Zielsetzungen, Fehlprognosen und eine ungenügende Markt- und Kundenorientierung haben in der Vergangenheit oft zum Scheitern der durchgeführten Feldstudien geführt. Ein auf der Grundlage differenzierter Kundenprofile erarbeiteter „Umsetzungsfahrplan“ könnte hier Abhilfe schaffen.

Fazit

Natürlich können in diesem Artikel nur Trends angerissen werden, technische und finanzielle Details müssen aufgrund des komplexen Themas leider ausgespart werden. Ziel dieses Artikels ist es in erster Linie, zu zeigen, wo sich der Markt für Mobile Business und Mobile Commerce hinbewegen könnte. Eins steht jedenfalls fest – die „Multitasking-Fähigkeit“ der einzelnen Geräte wird zunehmen, mit simpler Kommunikation oder Unterhaltung allein gibt sich heute kein Kunde mehr zufrieden.

Ein gigantischer Markt für mobile eBusiness- und eCommerce-Anwendungen scheint zurzeit im Entstehen begriffen. Neue Werbemöglichkeiten, neue Dienstleistungen und neue Portale sind sicherlich nur einige der Möglichkeiten, die die Ausweitung von Mobile Commerce mit sich bringen könnten. Ob der Verbraucher aber wirklich jede neue Entwicklung braucht und mitmachen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Abgesehen davon, dass alle Dienste und Geräte Geld kosten, scheint es fragwürdig, ob selbst der modernste Mensch soviel Kommunikation, Information, Unterhaltung, Werbung und Dienstleistung wirklich nutzen kann und will.

Irgendwo zwischen unserem Handy mit Lotsensystem, unserem eMail-verschickenden Fernseher und unserem selbständig einkaufenden PC wird sich zeigen, welche Dienste sich letztendlich beim Verbraucher durchsetzten werden und wann eine Sättigung des Marktes erreicht ist.

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