Wo ist das Problem? BusinessVillage - Verlag für die Wirtschaft

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Wo ist das Problem?

Sabine Zehnder

06.12.2018 ·  Schwierige Lebenssituationen - ich meine keine Schicksalsschläge - fallen nicht vom Himmel. Meist sind sie schon lange unser schweigender Begleiter. Eine Kleinigkeit reicht aus und der stille Begleiter bricht sein Schweigen - mit voller Wucht. Aber das ursächliche Problem, welches uns aus der Bahn wirft, uns verzweifeln lässt, kennen wir noch immer nicht. Und das ist der Hauptgrund, warum uns viele Lebenssitutationen so ausweglos erscheinen: Ohne Problem keine Lösung.

Sabine Zehnder

Sabine Zehnder ist der Master of Desaster. Die Diplom-Informatikerin ist Spezialistin dafür, schwierige Projekte aufzuräumen – in der IT-Branche. Doch schnell erkannte sie, dass das, was bei Bits und Bytes funktioniert, auch im wirklichen Leben hilfreich ist. Und so ist die IT-Beraterin auch noch zum Coach geworden und zeigt, wie man das tägliche Chaos – das Leben – eigenständig und unkonventionell managt. » http://https://www.life-reanimation.de

Eine problematische Lebenssituation fällt nicht vom Himmel. Sie entwickelt sich und baut sich nacheinander auf. Der Ausgangspunkt ist manchmal schwer zu erkennen, denn es sind nicht immer einschneidende Erlebnisse oder Ereignisse, die mit einem Donnerschlag das Leben auf den Kopf stellen. Gerade unterbewusst und unausgesprochen gebliebene Momente sind es, die uns in unserem Verhalten und unserer Wahrnehmung so prägen, dass sie subtil unser Leben lenken. Und das beginnt oft schon bei den Grundlagen, die unsere Eltern beziehungsweise unsere Familie legen. Wir sind geprägt davon, mit welchen Werten, welchen Verhaltensspielregeln und Umgangsformen wir aufwachsen. Begehe ich einen Verstoß, werde ich in der Familie sanktioniert. Das klingt hart, meint aber Dinge wie zum Beispiel, dass jemand sauer ist und scharf ermahnt oder auch, dass jemand weint, wenn familiäre Regelverstöße stattfinden. Genauso wie konkrete Strafen, die in der Familie gängig sind. Das, was in der Familie gelebt wird, gilt als normal. Die guten, wie auch die schlechten Erfahrungen. Was als normal angesehen ist, wird in der Regel nicht mehr hinterfragt und einfach als gegeben angenommen. Und so schlummern in uns Ansichten und Verhaltensweisen ganz selbstverständlich, die dann unter Druck verhindern können, dass wir dagegen vorgehen. Weil sie normal sind. So steht sich jeder selbst im Weg, sofern er nicht erkennt, dass ihn etwas zurückhält.

Das Leben geht weiter und weiter und die Themen sammeln sich an. Nach und nach steigt die Anspannung und auch der physische Stresspegel gleicht sich immer mehr an. Die zunehmende Verantwortung und die verschiedenen Rollen in denen sich jeder Mensch befindet, verursachen immer weitere innere Konflikte, die auf uns einprasseln. Eine schwierige oder komplexe Lebenssituation kann also auch dann entstehen, wenn eigentlich nichts Dramatisches passiert ist. Und das ist ein wichtiger Punkt. Unzufriedenheit und Unwohlsein sind absolut subjektiv. Jeder Mensch empfindet sie für sich individuell. Aber von dritten Personen als belastend angesehen oder anerkannt werden eher die großen, die einschneidenden Lebensereignisse. Doch auch die vielen kleinen Geschehnisse können genauso wie schwerwiegende oder traumatische Erlebnisse zu Überforderung, Überlastung oder zum Tag X führen.

Tag X, das ist der Tag, an dem die Frage aufkommt: »Was mache ich hier eigentlich?!«. Das ist der Tag, an dem das Maß voll ist. An dem das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Der Anfang vom Ende. Und der Anfang vom schönen, neuen Leben. Am Tag X schwingt eine ziemliche Dynamik mit. Oftmals ein bisschen Wut (was der Sache erst einmal ganz dienlich ist), Mut, Kampfgeist und der Wille zur Veränderung! Ein wind of change sozusagen. Aber dieser Energielevel hält meistens nicht lange an. Logisch, denn Veränderung ist körperlich betrachtet eine ganz schöne Anstrengung, und: Sie braucht immer Zeit! Und zwar länger als ein, zwei Tage. Diesen Spirit des Änderungswillens langfristig zu nutzen, das ist der Trick.

Und wie macht man das am besten? Genau, in dem man sich in dieser Phase einen Masterplan ausarbeitet, der langfristig angelegt ist und auch zum Leben nach der Euphorie passt.

Die Aufgabe besteht darin, die Maßnahmen herauszufinden, die der aktuellen Situation mit dem kleinstmöglichen inneren Widerstand an den Kragen gehen. Und das sind tatsächlich zu neunundneunzig Prozent immer mehrere verschiedene Maßnahmen. In unserem Kopf – besonders am Tag X – schwirrt jedoch der Wunsch umher die eine Maßnahme zu ergreifen, die alles heilt.

Einfluss auf unser Leben haben aber zu viele verschiedene Personen, zu viele Verpflichtungen, zu viele äußere Rahmenbedingungen, und so weiter, dass nicht alle Faktoren gleichzeitig ausgemerzt werden können, außer vielleicht man siedelt auf den Mars um: Keine Menschen, neue Umgebung, keine Verpflichtungen. Alle Probleme gelöst.

Aber im Ernst: Seien Sie sicher – auch wenn ein befristeter Ausstieg aus der aktuellen Situation durchaus empfehlenswert ist – es werden garantiert neue Probleme auftauchen. Denn, eines steht fest: Egal wo sie hingehen, Sie nehmen sich selbst immer mit.

Wenn es also die eine Lösung nicht gibt, was dann? Die Kunst ist unter Berücksichtigung aller Faktoren Ihres Lebens herauszufinden, was Ihre ureigensten Themen und Prägungen sind und sie aufzulösen. Körperliches Wohlbefinden, erfüllende Beziehungen, den passenden Job zu Ihrer Lebensphilosophie, Engagement für Themen, die Ihnen am Herzen liegen und und und.

In dieser Kombination erreichen Sie Zufriedenheit, Stressfreiheit und Widerstandsfähigkeit gegen neue Probleme. Es stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Belastung und Entlastung ein. Und darauf kommt es an.

Wozu sind Pläne gut?

»Erst durchdacht, dann gemacht!« (Professor Habakuk Tibatong aus Urmel aus dem Eis von Max Kruse)

Das erklärte Ziel der Zehnder-Methode ist, möglichst entspannt und ohne Hauruck-Aktionen langfristig eine Veränderung in der Lebensweise herbeizuführen, aber dennoch sofort einen Effekt zu verspüren. Also braucht es neben dem Wissen über die Komponenten eines Problems und dessen Ursache auch eine solide Auswahlmöglichkeit an Lösungsansätzen. Kurzfristige und langfristige. Aber alle auf einmal anzugehen, führt vermutlich direkt wieder zu Misserfolg und Frustration. Also machen wir uns doch einfach einen Plan. Einen Masterplan, der uns genau dahin bringt, wohin wir wollen. Nämlich zur endgültigen Lösung der aktuellen Situation.

Einen Plan zu haben bedeutet, zu wissen, wann etwas zu tun ist. Klar. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, zu wissen, was gerade nicht zu tun ist. Und das ist interessant, wenn es darum geht, etwas zu verändern. Eines nach dem anderen.

Einen Plan zu entwerfen, beinhaltet einerseits die Aneinanderreihung von Schritten und deren Terminierung, die Benennung von Beteiligten beziehungsweise Hilfsmitteln – und auch die Notiz von Abhängigkeiten. Also angenommen, Sie hätten bereits einen ganzen Sack voller Ideen zur Lösung Ihrer Probleme, dann müssten Sie entscheiden, womit Sie anfangen und womit nicht. Was ist der erste Schritt, was der zweite? Aber welche Schritte lassen sich denn bequem gleichzeitig gehen? Welcher Schritt bereitet einen anderen vielleicht schon vor? Für welchen gibt es günstige oder ungünstige Rahmenbedingungen? Welche müssen wegen der Auswirkungen sofort angegangen werden, welche sind zeitlich unkritisch? Welche Schritte sind sicher notwendig, für welche gibt es noch kein klares Go von Ihnen selbst?

Wenn Sie sich auf diese Weise mit den gefundenen Lösungsoptionen beschäftigen, gewinnen Sie Sicherheit. Sie entscheiden sich bewusst dafür, das eine zu tun, das andere aber (noch) nicht zu tun.

Ein Plan ist ein lebendes Objekt. Er ist ein Orientierungsmittel, mehr aber auch nicht. Wie heißt es so schön: Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Genauso ist es auch mit Plänen.

Ein Plan verändert sich kontinuierlich. Er entwickelt sich. Das, was heute Gültigkeit hat, kann morgen schon wieder hinfällig sein. Lernen Sie, flexibel zu sein – und haben Sie genug Material vorrätig, um immer locker auf Planänderungen reagieren zu können. Der häufigste Fehler bei Planungen ist wohl, zu glauben, dass er starr ist. Als guter Manager – und für Ihr Leben sind Sie der Manager – brauchen Sie immer Alternativen in der Hinterhand. Alternative Handlungsschritte und alternative Pläne. Ein Ass im Ärmel, sozusagen.

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