Zehn „Argumente“ gegen die Digitalisierung BusinessVillage - Verlag für die Wirtschaft

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Zehn „Argumente“ gegen die Digitalisierung

Dr. Jens-Uwe Meyer

09.05.2019 ·  Die Digitalisierung und der digitale Wandel werden Märkte im nächsten Jahrzehnt radikaler verändern als in den vergangenen zwanzig Jahren. Deshalb gehören Innovation und die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle zu den wichtigsten Aufgaben für Unternehmen in den nächsten Jahren. Doch im Alltage gibt es Tag für Tag tausend Gründe dafür, Digitalisierungsprojekte auf die lange Bank zu schieben. Hier sind Dr. Jens-Uwe Meyers persönliche Top 10 der „Argumente“, warum der richtige Zeitpunkt für Digitalisierung immer noch nicht gekommen ist.

Dr. Jens-Uwe Meyer

Mit zehn Büchern (u.a. „Radikale Innovation“, „Genial ist kein Zufall“) gilt Dr. Jens-Uwe Meyer als führender Vordenker und Keynote Speaker für das Thema Innovation. Er gehört zur exklusiven Riege der Meinungsmacher beim manager magazin. Gemeinsam mit den Top-Entscheidern deutscher und internationaler Unternehmen entwickelt er jeden Tag Zukunftskonzepte. Als Wissenschaftler untersucht er, was Unternehmen zu Innovation Leaders macht. Und als Unternehmer entwickelt er disruptive Software, die das Know-how von Experten wie Kundenberatern, Reisebüros oder Ärzten digitalisiert  » http://https://www.innolytics.de/digitale-geschaeftsmodelle/

Platz 10: „Unsere Branche ist noch nicht so stark betroffen.“

Das stimmt sogar. Nicht alle Branchen verändern sich mit dem gleichen Tempo. Das Ausmaß digitaler Disruption – also der radikalen Veränderung von Märkten durch digitale Technologien – betrifft Branchen zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich stark. Langfristig jedoch werden Entwicklungen aus verschiedenen Märkten jede Branche verändern.

Platz 9: „Uns fehlt das notwendige Know-how.“

Ist das nicht immer der Fall, wenn Unternehmen Neuland betreten? Nehmen wir an, Sie expandieren in anderes europäisches Land. Kennen Sie es wirklich? Sprechen Sie die Sprache? Kennen Sie die kulturellen Verhältnisse dort und die Wirtschaftsnetzwerke? Methoden wie Open Innovation und Co-creation helfen Unternehmen dabei, fehlendes Know-how schnell zu akquirieren.

Platz 8: „Wieso? Es läuft doch.“

Der eigene Erfolg steht erfolgreicher Digitalisierung (Link zu https://www.innolytics.de/was-ist-digitalisierung/) häufig im Weg. Die Auftragsbücher sind voll, die Belegschaft mit dem operativen Geschäft zu 120% ausgelastet. Jetzt noch die Digitalisierung vorantreiben? Unmöglich. Ein Tipp: Starten Sie mit digitaler Prozessinnovation. Digitalisieren Sie interne Prozesse und Abläufe, um noch effizienter zu werden. Gewinnen Sie Freiraum für Digitalisierungsprojekte. Wie beispielsweise die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle.

Platz 7: „Das ist zu teuer, das können wir uns nicht leisten.“

Klar, wenn Sie gleich bei der teuersten Unternehmensberatung anrufen und sich Apps von hochspezialisierten Agenturen im Silicon Valley entwickeln lassen... Dann können Sie zusehen, wie das Geld aus dem Unternehmen herausfließt. Doch gerade digitale Innovation zeichnet sich dadurch aus, dass Unternehmen Wege finden, sie preiswert zu realisieren. Beispielsweise durch die Einbindung moderner Clouddienste oder durch die Nutzung von Open Source-Software.

Platz 6: „Unsere Geschäftsführung versteht das nicht.“

Auf einem meiner Vorträge habe ich einen hochinteressanten Menschen kennengelernt: Kaspar Kraemer (externer Link zu http://www.kaspar-kraemer.de/buero/profil/kaspar-kraemer/ ), den Chef eines Architekturbüros mit zwanzig Mitarbeitern*innen. Sein Unternehmen ist führend im Einsatz von Building Information Modeling (BIM). Auf einem Fachkongress in Dresden gab er freimütig zu: ‚Ich zeichne lieber, das ist nicht meine Welt.‘ Doch er hatte den Mut, seinen jungen Mitarbeiter*innen das Feld zu überlassen. Freiraum. Getreu dem Motto: Man muss nicht alles verstehen, man muss nur jemanden kennen, der es versteht.

Platz 5: „Unsere Kunden wollen das nicht.“

Korrekt. Ende der 90er Jahre wollte auch noch niemand das Internet: „6,5 % der Deutschen ab 14 Jahre – vor allem Männer – nutzen Onlinedienste“, hieß es in der ARD ZDF Onlinestudie 1997. (Externer Link zu http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/files/1997/Online97.pdf) Online einzukaufen und Banküberweisungen per Computer – das galt damals als hochriskant. Und trotzdem war Amazon damals bereits 3 Jahre auf dem Markt. Denn: Erfolgreiche digitale Innovation beruht auf Kundenbedürfnissen, die Kunden*innen heute noch nicht kennen.

Platz 4: „Das entwickelt so schnell, wir warten die nächste Technologiegeneration ab.“

Viel Spaß dabei. Das Tempo der Veränderung wird noch schneller werden. Während Sie auf die nächste Technologiegeneration warten, stehen die übernächste und die überübernächste bereits in den Startlöcher. Wie lange wollen Sie warten?

Platz 3: „Haben wir bereits versucht, hatte keinen Erfolg.“

Obwohl das Tempo der Veränderung zunimmt, brauchen einzelne Anwendungen häufig länger als erwartet. Das erscheint wie ein Widerspruch, ist jedoch keiner. Neue digitale Angebote sind am Anfang häufig nicht nutzerfreundlich genug. Entsprechend setzen Sie sich nicht durch, obwohl sie sich theoretisch durchsetzen müssten. Probieren Sie es einfach noch mal. Erleichtern Sie ihren potentiellen neuen Kunden*innen den Zugang. Versuchen Sie digitale Innovation aus der Perspektive von Kunden*innen zu entwickeln, die wenig Zeit haben, um sich in Ihr Angebot hineinzudenken. Alles was mit aufwendigen Schulungen und langsamen Erfolgen verbunden ist, scheitert. Erfolgreiche Digitalisierung braucht Angebote der zweiten und dritten Generation. Also: Einfach nochmal probieren.

Platz 2: „Uns fallen keine guten Ideen ein.“

Gerade in Unternehmen, die auf das operative Geschäft ausgerichtet sind, rückt Kreativität in den Hintergrund. Denn Effizienz entsteht vor allem durch klare Prozesse mit geringen Freiheitsgraden für Einzelne. Doch Innovation braucht das Gegenteil: Kreativen Freiraum und Kollaboration. Entwickeln Sie Ideen gemeinsam, binden Sie Kunden und Lieferanten mit ein.

Platz 1: „Geht nicht... wegen Datenschutz.“

Diese fünf Buchstaben lassen sich in praktisch in jeder Situation und praktisch jedem Meeting als Argument verwenden: DSGVO. Am Datenschutz scheitert scheinbar alles. „Das dürfen wir nicht wegen Datenschutz.“ Doch das Argument ist falsch. Die DSGVO wurde erlassen, um einen rechtssicheren Rahmen für die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle zu gewährleisten. Nicht um Innovation zu verhindern. Im Gegenteil: Digitale Innovation beruht auf Vertrauen. Künftige Dienste wie beispielsweise E-Health werden nur dann Erfolg haben, wenn Kunden*innen genau wissen, was mit ihren Daten geschieht.

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